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Auf Schnäppchenjagd in der Goldstadt: Angelika und Wolfgang Pfeffinger aus Tiefenbronn stöbern in der Handtaschen-Abteilung bei Galeria Kaufhof.
Auf Schnäppchenjagd in der Goldstadt: Angelika und Wolfgang Pfeffinger aus Tiefenbronn stöbern in der Handtaschen-Abteilung bei Galeria Kaufhof. © Ketterl
29.01.2011

Kauflaune bei Winterschlussverkauf hält sich in Grenzen

PFORZHEIM. Obwohl es den Winterschlussverkauf offiziell nicht mehr gibt, weil das ganze Jahr über Preisreduzierungen erlaubt sind, zeichnet der Handel in der letzten Januarwoche auch in Pforzheim wieder massenweise Rotstiftpreise aus. Doch die Kauflaune der Kunden hält sich in Grenzen.

„Der Auftakt-Termin des früheren Winterschlussverkaufs am 24. Januar ist noch immer in den Köpfen der Menschen, also ist seit Montag auch unser Haus überall völlig rot mit herabgesetzten Preisen zwischen 50 und 70 Prozent ausgezeichnet“, sagt Rolf Spiertz, Geschäftsführer von C&A in Pforzheim und stellvertretender Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes der Goldstadt. „Aber - ehrlich gesagt - habe ich an den Umsätzen bisher noch an keinem einzigen Tag der vergangenen Woche gemerkt, dass Winterschlussverkauf ist“, führt er weiter aus. Diese Erfahrung hätten auch Geschäftsführer in anderen Häusern, mit denen er gesprochen habe, gemacht. Die Kunden wüssten inzwischen, dass sie das ganze Jahr hindurch Schnäppchen machen könnten. „Erst haben wir im Dezember unsere Ware reduziert, dann nochmals nach Weihnachten und erneut Anfang des Jahres – da dürfte sich auch mancher Kunde mit dem, was er benötigt, schon eingedeckt haben, zumal der Wintereinbruch über Weihnachten und Neujahr für eine rege Nachfrage nach Wintersportartikeln und warmer Kleidung bereits gesorgt hat, so Spiertz.

Ähnlich sieht dies auch Horst Lenk, Vorsitzender des Pforzheimer Einzelhandelsverbandes. Die erste inoffizielle Winterschluss-Verkaufswoche in Pforzheim sei unter dem Strich nicht positiv verlaufen, aber er habe Hoffnung, dass dies in der zweiten Woche besser werde, zumal ihn die Belebung des Geschäfts am vergangenen Samstag positiv stimme. „Wir müssen ganz klar sehen, dass der Handel durch den frühen Winter in diesem Jahr schon relativ optimale Bedingungen für gute Umsätze hatte und die auch eingefahren hat. Es gibt kaum ein Jahr zuvor, in dem es so gut gelaufen ist, wie in diesem Jahr“, sagt Lenk. „Der Winter war einfach perfekt für den Handel. Erst konnte Winterbekleidung zu regulären Preisen abgesetzt werden, und dann haben die Reduzierungen zu einem weiteren Verkaufserfolg geführt“, so Lenk. Das Wetter sei den Strategien des Handels entgegengekommen, der kein Interesse an großen Lager-Kapazitäten habe, sondern seine Ware noch in der Saison absetzen wolle. Dies sei weitgehend geschehen, was zur Folge habe, dass die Lager jetzt weitgehend geräumt seien. „All dies mag ein Grund dafür sein, warum in der vergangenen Woche die Erwartungen des Handels nicht ganz erfüllt wurden“, analysiert Lenk die Gesamt-Situation. Da die meisten Kunden genug vom dunklen Winter hätten, würden sich die meisten jetzt schon den frohen Farben der Frühjahrsmode zuwenden, was ihn ebenfalls positiv stimme, denn insgesamt gesehen steige die Kaufstimmung mit der Belebung der Konjunktur wieder an.