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29.11.2010

Kein Amoklauf, aber Ex-Lehrer in Gewahrsam

PFORZHEIM. Einen von der Gerüchteküche anvisierten Amoklauf an der Konrad-Adenauer-Schule auf dem Haidach hat es zwar nicht gegeben, aber die Polizei hat trotzdem einen 57-jährigen Mann in Gewahrsam genommen. Dabei handelte es sich um den pensionierten Lehrer, der zuvor mit Protestaktionen vor der Schule laut Angaben der Polizei die Kinder verunsichert haben soll. Vergangene Woche hatte das städtische Ordnungsamt diesem Mann ein Annäherungsverbot ausgesprochen.

Dieser Montag wird den Schülern der Konrad-Adenauer-Schule noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. An der Schule war zuvor das Gerücht umgegangen, dass es am 29. November an der Konrad-Adenauer-Schule einen Amoklauf geben würde. Ein pensionierter Lehrer hatte, teilweise in einem Büßergewand und mit Plakaten protestierend, unter den Schülern für Verwirrung und Angst gesorgt. Die Polizei reagierte mit einem erklärenden Brief an die Eltern und einem rund um die Konrad-Adenauer-Schule gültigen dreimonatigen Aufenthaltsverbot für den ehemaligen Lehrer.

Dieses Vorgehen der Polizei war ungewöhnlich - so ungewöhnlich wie die Proteste des 57-Jährigen. Aber letztlich habe man sich die besorgten Eltern beruhigen müssen, so Polizeichef Burkhard Metzger am vergangenen Donnerstag bei einer Pressekonferenz in den Räumen der Polizeidirektion Pforzheim.,

Diese Bannmeile hat der 2007 zwangsweise in den Ruhestand versetzte Mann am Montag nicht überschritten, wohl aber stand er vor Schulbeginn nördlich der Kaulbachstraße wieder einmal im Büßergewand herum und versuchte auf sich aufmerksam zu machen, so die Polizei. Während vor und in der Schule alles ruhig blieb und die Lage nach Auskunft der Polizei "ganz entspannt" gewesen sei, habe der pensionierte Lehrer nicht einsehen wollen, dass einem kurzfristig ausgesprochenen Platzverweis der Polizei zu folgen habe.

Mit diesem Mittel des 24 Stunden geltenden Platzverweises hatte die Polizei bislang den 57-Jährigen von der Schule ferngehalten. Weil er jedoch am Montag der Aufforderung, den Platz zu verlassen, nicht folgen wollte, nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam. Der pensionierte Lehrer musste dann mit auf die Wache. Nach Schulschluss durfte er dann wieder gehen. Nur der Weg vor die Konrad-Adenauer-Schule ist ihm noch drei Monate lang verboten.

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