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Die Stadt Pforzheim will die kostenlose Versorgung der Bürger mit Streugut für den Winterdienst beenden.
Stadt streicht Splitt-Versorgung © Ketterl
12.11.2010

Kein Gratis-Streugut mehr: Stadt streicht Splitt-Versorgung

PFORZHEIM. Schlechte Nachricht kurz vor dem Winter: Das Rathaus hat die im Stadtgebiet verteilten Kisten mit öffentlich zugänglichem Streugut eingesammelt und will sie aus Kostengründen nicht wieder aufstellen.

Anziehende Konjunktur hin, Masterplan her – die Finanznot hat die Stadt Pforzheim weiterhin im Griff: „Es ist seit über 20 Jahren möglich, dass Privathaushalte zur Erfüllung ihrer Räum- und Streupflicht Streugut aus städtischen Streugutkisten entnehmen dürfen“, heißt es in einer Beilage an den Bau-Ausschuss des Gemeinderats für kommende Woche. Um die Sparvorgaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe zu erfüllen, habe man den Haushaltsplan restriktiv durchforstet, heißt es in der Beilage weiter. „Wir waren gehalten, 15 Prozent einzusparen“, sagt Baubürgermeister Alexander Uhlig zur PZ. Eine der Kürzungen, die in seinem Dezernat vorgenommen wurden, war der Ansatz beim Streugut. Er wurde um 35 000 Euro gekürzt.

„Sparen bereitet keine Freude“

Über 80 Prozent der Kosten von mindestens 40 000 Euro je Winter seien früher auf die Bereitstellung des Streuguts für die Privatleute entfallen. Statt wie bisher rund 270 Kisten mit Splitt im ganzen Stadtgebiet aufzustellen, aus denen sich jedermann frei bedienen konnte, belässt es die Verwaltung nunmehr bei 50 Kisten – und die stehen nur noch den eigenen Technischen Diensten der Stadt zur Verfügung. „Sparen bereitet keine Freude, aber wir können uns das nicht mehr leisten“, sagt Uhlig. Die Stadt könne sich nur noch das Notwendige, nicht mehr das Wünschenswerte leisten.

Der Stadt bleibe nur, diese Entscheidung frühzeitig bekannt zu geben. „Damit sich die Leute rechtzeitig mit eigenem Streugut eindecken können“, sagt der Baubürgermeister. Vielleicht könnte der Winterdienst unter diesen Umständen auch im privaten Dienstleistungssektor neue Beschäftigungsfelder eröffnen, „im eher niederschwelligen Bereich“, so Uhlig. Selbst vermittelnd tätig werden will die Stadt allerdings nicht. „In den Gelben Seiten oder im Internet wird man sicher fündig werden.“

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