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Kein Respekt vor dem Gesetz - Unfallfluchten häufen sich.
Kein Respekt vor dem Gesetz - Unfallfluchten häufen sich
29.11.2010

Kein Respekt vor dem Gesetz - Unfallfluchten häufen sich

PFORZHEIM/ENZKREIS. Respekt vor dem Gesetz scheinen in Pforzheim immer weniger Menschen zu haben. Zumindest dann, wenn es darum geht, sich nach einem Unfall vom Tatort zu entfernen. Dabei landen solche Fälle nicht selten vor Gericht - und das Strafmaß reicht von Geldstrafen, über Führerschein-Entzug bis hin zur Freiheitsstrafe, so Sven Vrancken, Pressesprecher der Polizeidirektion Pforzheim.

Allein am Dienstag vergangener Woche berichtete die Polizei von sieben Unfallfluchten in Pforzheim und der Region. Auch am Wochenende bleibt die Zahl der Unfallfluchten hoch. Vermutlich beim Rangieren auf dem Parkplatz der Remchinger Kulturhalle beschädigte ein unbekannter Autofahrer die linke Seite eines BMWs und machte sich danach einfach aus dem Staub. Ähnlich in Eisingen, wo ebenfalls beim Ausparken ein rechtmäßig geparkter BMW beschädigt wurde. Weil eine Renault-Fahrerin zwischen Eisingen und Königsbach-Stein einer entgegen kommenden Peugeot-Fahrerin ausweichen musste, landete sie im Graben. Von der Unfallfahrerin fehlt bislang jede Spur.

Häufig handle es sich eben nicht nur um Blechschäden - immer öfter kümmere es Unfallflüchtige nicht einmal, wenn Personen Schaden nähmen, sagt Vrancken. Dann sei die Polizei auf Zeugenhinweise angewiesen. In der Regel kämen diese auch aus der Bevölkerung, insbesondere, wenn ein Unfall besonders schwerwiegend ausfalle und Menschen Schaden genommen hätten, sagt der Polizei-Pressesprecher.

Auf die Frage nach dem Strafmaß antwortet Vrancken, dass man bei Unfallflucht keine Pauschalangaben machen könne. Das Strafmaß falle unterschiedlich hoch aus. Mann könne demnach nicht sagen, dass bei einem Blechschaden immer nur ein Geldsatz droht.

Zum Schluss noch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Es gäbe immer wieder auch den Fall, dass sich Flüchtige doch noch von selbst melden, sagt Vrancken. Das schlechte Gewissen erdrücke in manchem Fall wohl immer noch den unbeschwerten Seelenfrieden des ein oder anderen.

So geschehen am Sonntag in Mühlacker, wo ein Unbekannter gleich drei Autos samt Gartenmauer rammte. Nach kurzer Zeit kehrte der Flüchtige zurück zur Unfallstelle, wo die Polizei schließlich Alkoholkonsum beim 27-jährigen Fahrer feststellen konnte. In Sachen Unfallflucht sollte nicht vergessen werden, dass sich Reue, wenn auch späte, in manchen Fällen strafmildernd auswirken kann.