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Zufriedene Mienen beim Neujahrsempfang der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft: Kulturinstitut-Leiter Tamas Szalay, Generalkonsul János Berényi, Landrat-Stellvertreter Hans Vester, DUG-Präsident Joachim Rösch, Botschafter Péter Györlös, OB Gert Hager, und MdB Gunther Krichbaum.   T. Keller
Zufriedene Mienen beim Neujahrsempfang der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft: Kulturinstitut-Leiter Tamas Szalay, Generalkonsul János Berényi, Landrat-Stellvertreter Hans Vester, DUG-Präsident Joachim Rösch, Botschafter Péter Györlös, OB Gert Hager, und MdB Gunther Krichbaum. T. Keller
In das Goldene Buch der Stadt schrieb der ungarische Botschafter: „Mit großer Freude bin ich am Anfang meines Mandats als Botschafter von Ungarn nach Baden-Württemberg und in Ihre schöne Stadt Pforzheim gekommen. Auf die Fortsetzung der ausgezeichneten Zusammenarbeit“.  privat
In das Goldene Buch der Stadt schrieb der ungarische Botschafter: „Mit großer Freude bin ich am Anfang meines Mandats als Botschafter von Ungarn nach Baden-Württemberg und in Ihre schöne Stadt Pforzheim gekommen. Auf die Fortsetzung der ausgezeichneten Zusammenarbeit“. privat
24.01.2016

Kein Riss in deutsch-ungarischer Harmonie

Was geht eigentlich im Kopf der Ungarn vor?“ Péter Györkös stellte die Frage und setzte am Sonntag beim Neujahrsempfang der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis (DUG) gleich zur Antwort an.

Ungarns Botschafter in Berlin sprach erklärende Worte zur Eskalation der Flüchtlingsfrage, bei der die Magyaren wiederholt der Kritik ausgesetzt waren: „Wir werden beschimpft als die bösen Menschen, dabei setzen wir nur europäisches Recht um!“ In der Flüchtlingsbewegung sei eine Situation entstanden, „wo wir die Kontrolle zurückgewinnen mussten“. Ohnehin gehe die Diskussion, die in Deutschland geführt wird, in die falsche Richtung.

Nach den „tektonischen Veränderungen von 2010“ sei Ungarn heute ein sehr stabiles Staatswesen und in einer Phase der nachhaltigen Entwicklung.

Joachim Rösch, Präsident der Gesellschaft, hatte im Dachgarten des Parkhotel begrüßt und darauf hingewiesen, dass die gegenseitige Sympathie zwischen Ungarn und Deutschen in Pforzheim besonders ausgeprägt sei. In seinem Jahresbericht erwähnte er die zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten, mit denen die DUG unverändert einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Leben der Stadt leiste. Das beginne beim „Interkulturellen Buffet“ und ende bei den Hilfslieferungen, mit denen die Deutsch-Ungarische Gesellschaft dem Komitat Györ-Moson-Sopron mit medizinischem und schulischem Material unverändert eine große Förderung leiste.

„Weil das Geschehen in Ungarn in den Medien häufig verzerrt dargestellt wird“ – so Joachim Rösch – wolle man sich nicht daran hindern lassen, „unsere Sicht der Dinge darzustellen, emotionsfrei und sachlich“. Grenzzäune und Kontrollen als Folge der überbordenden Flüchtlingsströme seien leider wieder Realität geworden. Auch die Eurokrise als Spaltpilz des europäischen Gedankens sei längst nicht überwunden. Die Forderung des DUG-Präsidenten: „Als deutsch-europäische Gesellschaften und damit als Basis der unmittelbaren menschlichen Kontakte sollten wir uns bemühen, allen Spaltungstendenzen entgegen zu wirken!“.

Oberbürgermeister Gert Hager erinnerte in seinem Grußwort erneut an den August 1990: „Es ist dem ungarischen Volk zu danken, dass der eiserne Vorhang niedergerissen wurde!“. Das Stadtoberhaupt drückte seine große Dankbarkeit aus „für das, was die DUG leistet“.

Unabhängig vom politischen Klartext war auch dieser Neujahrsempfang wieder ein gesellschaftliches Ereignis mit besonderer Qualität. Die Wertschätzung der DUG kam nicht nur durch die Anwesenheit von Botschafter Péter Györkös zum Ausdruck, auch János Berényi, der ungarische Generalkonsul aus Stuttgart und Tamás Szalay, Direktor des dortigen Kulturinstitut, waren nach Pforzheim gekommen.

Sopranistin Franziska Tiedtke und Bass Aleksandar Stefanowski vom Theater Pforzheim präsentierten ein Potpourri faszinierender Arien und trafen damit den Geschmack des begeisterten Publikums.