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04.11.2016

Keine Anhaltspunkte: Suche nach Vermisster vorübergehend eingestellt

Pforzheim. Mit jeder Minute, die bei der Suche nach der Vermissten ergebnislos verstreicht, sinken die Chancen, die 87-jährige Frau gesund wiederzufinden. Seit Dienstagnachmittag wird die Patientin des an der Wilferdinger Straße im Stadtteil Brötzingen gelegenen Siloah St. Trudpert Klinikums, die dort noch einen Tag zur Beobachtung bleiben sollte, vermisst. Weil es jedoch keine neuen Anhaltspunkte für mögliche Aufenthaltsorte gibt, musste die Polizei die Suche vorübergehend einstellen.

Bildergalerie: Pforzheimer DRK-Rettungshunde im Einsatz

Da sie als Bekleidung vermutlich nur ein Flügelhemd der Klinik, eine rosa Fleece-Jacke sowie Sandalen trägt, dürfte ein längerer unfreiwilliger Aufenthalt der orientierungs- und hilflosen Frau im Freien lebensgefährlich für sie werden. Bislang ist die in einem Pflegeheim an der Frankstraße in Pforzheim lebende Frau noch nicht gefunden worden, obwohl ein Polizeihubschrauber am Mittwoch und Donnerstag die Suchenden am Boden unterstützte. Alle möglichen Hinwendungsorte wurden von der Polizei aufgesucht, auch alle Räume des Siloah Klinikums wurden unter die Lupe genommen, doch weiterführende Hinweise scheint es keine gegeben zu haben. Auch in und um Ölbronn und Bauschlott waren Suchende auf Feldwegen unterwegs, um nach der vermissten Frau zu forschen. Ebenfalls ergebnislos. Weil es „keine sinnvollen Ansätze mehr für eine Suche“ gibt, so ein Polizeisprecher, hat die Polizei die Vermisstensuche vorübergehend aufgegeben.

Zu einer größer angelegten Suche mit Hunden ist es nicht gekommen. „Wir werden bei solchen Anlässen immer von der Polizei alarmiert, wenn es Sinn macht, dass unsere Flächensuchhunde zum Einsatz kommen“, erklärt Zachura Aksoy. Die Leiterin der DRK Rettungshundebereitschaft Pforzheim kann auf zehn Flächensuchhunde zurückgreifen, von denen jeder bis zu 30.000 Quadratmeter Fläche in etwa 20 Minuten nach Menschen absuchen kann, wobei danach je nach Wetter und Gelände, der Hund dringend eine längere Pause benötige. Mit Unterstützung der Bereitschaft Rettungshunde Nördlicher Schwarzwald könnte die Zahl der Suchhunde noch einmal vergrößert werden.

Aber: Der Einsatz mache nur dann Sinn, wenn man weiß, welches Gelände oder welches Gebäude man durchsuchen müsse. Die weitgehend eigenständig agierenden Flächensuchhunde würden speziell nach Menschen suchen, die sitzen, liegen oder in gebückter Haltung laufen, was auf eine gewisse Hilflosigkeit hinweisen würde. Die Polizei, so vermutet es die DRK-Bereitschaftsleiterin, habe wohl mit eigenen Mantrailer-Hunden gearbeitet. Die nehmen eine Geruchsprobe der vermissten Person auf und folgen dann an der Leine genau der einen Spur – wenn es sie denn gibt und sie noch für den Hund deutlich wahrzunehmen ist.

Seit Dienstagnachmittag gibt es von Käthe Christa Deckart keine Spur mehr. Die aufgrund ihrer Demenz desorientierte 87-Jährige verließ an Allerheiligen zwischen 17.10 Uhr und 17.30 Uhr das Krankenhaus mit unbekanntem Ziel. Die etwa 1,65 Meter große Käthe Deckart ist von normaler Statur und hat kurzes, graues Haar. Auffällig dürfte ein auf der Stirn angebrachtes Pflaster sein, falls sie es nicht selbst entfernt hat. Mit Sandalen, Klinikum-Flügelhemd und rosa Fleece-Jacke ist die Seniorin der Kälte schutzlos ausgeliefert – wenn sie nicht irgendwo in einem Gebäude auf Hilfe hofft. In beiden Fällen aber drängt die Zeit.

Hinweise nimmt das Polizeirevier Pforzheim-Süd unter Telefon (07231) 186-3311 oder der Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter Telefon (0721) 939-5555 entgegen.

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