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Keine Spielcasino-Erweiterung in der Bleichstraße.
Keine Spielcasino-Erweiterung in der Bleichstraße © Ketterl
30.05.2011

Keine Spielcasino-Erweiterung in der Bleichstraße

PFORZHEIM. Noch bevor sich die Stadt Pforzheim intensiv – mit externer Hilfe – mit einem Vergnügungsstätten-Konzept befasst, das die Flut der Spielcasinos eindämmen soll, haben ein Spielothek-Betreiber und ein Immobilienvermieter entnervt das Handtuch geworfen.

Der Betreiber der Spielothek an der Bleichstraße wollte erweitern und den Laden einer früheren Videothek dazu zusätzlich anzumieten. Die Stadt blockte ab, der Betreiber zog zurück, und der Vermieter will nun an jeden vermieten. Nur nicht an Spielhallenbetreiber. Das mache zu viel Ärger, sagt er. Das Vergnügungsstätten-Konzept wird Grundlage sein für maßgeschneiderte Bebauungspläne. Denn die Stadt befürchtet nicht nur für die südliche Bleichstraße, sondern auch für Arlinger/Brötzingen ein langsames Ausbluten gewachsener Strukturen und einen schleichenden Niedergang des Quartiers.

Bundesweit gibt es rund 10.000 private Spielcasinos. In ihnen stehen über 150.000 Spielautomaten, die in Gaststätten nicht mitgerechnet. In Pforzheim existieren rund 60 Spielhallen, in denen rund 400 Automaten aufgestellt sind. Dazu kommen knapp 300 Automaten in Gaststätten. Die Stadt erhebt eine Vergnügungssteuer von zwölf Prozent. Das bringt 1,4 Millionen Euro in die Kasse. Andere Städte wie Berlin erheben 20 Prozent. Das ist den Betreibern und Geräteherstellern ein Dorn im Auge. Sie fürchten um ihre Existenz und den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen. Sie kritisieren, dass der Staat nichts gegen Online-Casinos, Videospiele oder Pokerwetten tue. Außerdem schütze der Staat mit Zähnen und Klauen sein Glücksspiel-Monopol. ol

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