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23.07.2008

Keine Spur zum Huchenfelder Schaf-Quäler

PFORZHEIM. Weiterhin im Dunkeln tappt die Polizei auf der Suche nach denjenigen, die in Pforzheim-Huchenfeld in der Nacht auf Sonntag, 13. Juli ein trächtiges Schaf in den Tod getrieben haben. Bislang habe die Polizei keine konkreten Hinweise auf die Täter, so der Pforzheimer Polizeisprecher Wolfgang Schick. Der Ermittlungsansatz hatte sich anfangs auf Jugendliche konzentriert.

In dem Gehege an der Bannwaldstraße habe es nach der Tat wie nach einem Gelage ausgesehen. Die Polizei vermutet, dass Jugendliche die Schafe mit Bier- und Wodkaflaschen gejagt haben. Dabei habe sich ein dreijähriges, bald Nachwuchs erwartendes Schaf im Elektrozaun verfangen und sich dort stranguliert. Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm aus Rohheit Leid zufügt, dem droht laut § 17 im Tierschutzgesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Laut Schick komme es gelegentlich vor, dass streunende Hunde einen solchen Schaden anrichten. Hundehalter, die ihr Tier nicht an der Leine führen und es nicht unter Kontrolle haben, machen sich strafbar, wenn ihr Hund Schafe reißt. Wolfram Golderer, Schäfer auf Pforzheim, hat damit leidvolle Erfahrung gesammelt. Oft würden Hundehalter den Jagdtrieb ihres Vierbeiners unterschätzen, sagt er. Er hat bereits mehrere Schafe durch wildernde Hunde verloren. Teils mussten die schwer verletzten Tiere eingeschläfert werden, teils hatten die Hunde sie bereits auf der Weide getötet. In einem Fall, so Golderer, sei der Hundehalter später ermittelt worden.

Nur selten sind Menschen an Fällen von Tierquälerei beteiligt, in denen insbesondere Schafe das Ziel waren, sagt Polizeisprecher Schick. Es müsse auch nicht immer ein böser Wille dahinter stecken, wenn Kinder auf der Weide herumrennen. Trotzdem können dadurch die Schafe in Panik geraten. Das hat Golderer selbst schon erlebt. Es muss dabei nicht gleich ein Tier im Zaun verenden, wie es in Huchenfeld der Fall war, aber wenn Schafe aus der Umzäunung ausbrechen, könnten sie zum beispiel bei einer blinden Flucht über die Straße schwere Unfälle verursachen.