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Am Tag nach der Bluttat wurde Stefan G. am 17. September 2003 ans Amtsgericht gefahren, wo wegen Mordes Haftbefehl erging. Foto: Ketterl
Am Tag nach der Bluttat wurde Stefan G. am 17. September 2003 ans Amtsgericht gefahren, wo wegen Mordes Haftbefehl erging. Foto: Ketterl
Im September 2003: der Tatort – das Versandhaus Bader an der Maxi. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Im September 2003: der Tatort – das Versandhaus Bader an der Maxi. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
27.06.2018

Keine vorzeitige Haftentlassung für den „Samurai-Mörder“

Pforzheim. Die Chancen standen gut für Stefan G. (Name geändert) im Vorfeld der Prüfung seiner vorzeitigen Haftentlassung auf Bewährung, den damals 24-Jährigen aus einer Enzkreisgemeinde, der am 16. September 2003 im Verwaltungstrakt des Pforzheimer Versandhauses Bader an der Maxi mit einem Samuraischwert ein Blutbad angerichtet hatte.

Eine Frau war tot, weitere Mitarbeiterinnen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. 15 Jahre nach der Tat, 14 Jahre nach dem Urteil zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung kam nun ein Gutachter zu dem Schluss, es habe sich damals um eine „spätadoleszente Lebenskrise“ (also große Probleme mit dem Erwachsenwerden) gehandelt. Trotzdem urteilte das Gericht anders. Stefan G. sei im Vollzug (in der JVA Bruchsal) gewissermaßen nachgereift, und es gehe keine aktuelle Gefahr von ihm aus. In der Regel folgt ein Gericht den Ausführungen und Schlussfolgerungen eines psychiatrischen Sachverständigen – hier nicht: Die Große Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Karlsruhe legt in ihrem aktuellen Beschluss, der G.s Anwalt in Freiburg als auch der Pforzheimer Staatsanwaltschaft (die einer Aussetzung zur Bewährung widersprochen hatte) zuging, fest, dass die Vollstreckung von weiteren mindestens fünf Jahren erforderlich sei.

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Mehr zum Thema:

15 Jahre nach Bluttat im Versandhaus Bader: Pforzheimer „Samurai“-Mörder will frei sein

Testy
28.06.2018
Keine vorzeitige Haftentlassung für den „Samurai-Mörder“

Manche Gutachter sollten Berufsverbot bekommen und manche Regelung sollte überdacht werden. Ein Mörder darf nach 15 Jahre nicht wieder auf die Straße kommen können, dass wäre den Hinterbliebenen nicht zuzumuten. Unter 25 Jahre Haft sollte da keiner raus kommen können. mehr...

Schreiberling
28.06.2018
Keine vorzeitige Haftentlassung für den „Samurai-Mörder“

"spätadoleszente Lebenskrise“ Man bekommt den Eindruck, dass man mit irgendwelchem Wortgeschwurbel und einem Rundstempel darunter alles begründen und entschuldigen kann. Man sollte vielleicht mal festlegen, wann etwas ein Gutachten und wann ein Schlechtachten ist. mehr...

rostiger ritter
28.06.2018
Keine vorzeitige Haftentlassung für den „Samurai-Mörder“

[QUOTE=Schreiberling;302601]"spätadoleszente Lebenskrise“ Man bekommt den Eindruck, dass man mit irgendwelchem Wortgeschwurbel und einem Rundstempel darunter alles begründen und entschuldigen kann. Man sollte vielleicht mal festlegen, wann etwas ein Gutachten und wann ein Schlechtachten ist.[/QUOTE] Und wer macht das? Ein Gutacheter oder ein Experte?:confused: mehr...

Anais
28.06.2018
Keine vorzeitige Haftentlassung für den „Samurai-Mörder“

[QUOTE=rostiger ritter;302630]Und wer macht das? Ein Gutacheter oder ein Experte?:confused:[/QUOTE] Das macht bei uns die Expertenrunde.:) mehr...