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20.09.2008

Kind wird bei Sturz von Rolltreppe lebensgefährlich verletzt

PFORZHEIM. Dramatischer Unfall am Samstag in der Pforzheimer City: Ein siebenjähriger Junge turnte im C&A auf einer Rolltreppe herum und stürzte fünf Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich schwere Kopfverletzungen zu. Ein Rettungshubschrauber landete auf dem Marktplatz und brachte den Jungen in eine Spezialklinik.

Die spektakuläre Landung des Hubschraubers der Deutschen Rettungsflugwacht mitten auf dem Marktplatz hat am Samstagnachmittag zu einem Großauflauf von neugierigen Passanten geführt. Gegen 15.15 Uhr war ein siebenjähriger Junge im benachbarten C & A zwischen einer Rolltreppe und der Absperrung ein Stockwerk in die Tiefe gefallen. Der Bub landete auf einer Kundin. Während diese nur leicht verletzt wurde, erlitt der Siebenjährige schwere Kopfverletzungen.

Nach den Ermittlungen von Beamten des Polizeireviers Nord, kam eine Familie aus einer Enzkreisgemeinde zum Einkauf in das Textilkaufhaus. Während die Eltern mehrere Kleidungsstücke anprobierten, tobte ihr Sohn im Gebäude herum. Da sich die Vater und Mutter offensichtlich nicht um das Kind kümmerten, wurden sie vom Verkaufspersonal angesprochen, auf ihren Jungen aufzupassen. Doch die Eltern schritten nicht ein.

Als der Siebenjährige eine Plexiglasabsperrung der Rolltreppe umging, die vom Untergeschoss ins Erdgeschoss führte, hängte er sich an der Außenseite an den Handlauf und ließ sich in die Höhe ziehen. Laut Polizeibericht verlor er kurz vor erreichen des Erdgeschosses den Halt und stürzte aus fünf Meter Höhe ab. Der Fall wurde etwas abgemildert, weil der Junge auf eine 42-Jährige Kundin prallte, die an einem Kleiderständer stand. Während die Frau glimpflich davon kam, musste das Kind nach der Versorgung durch den Notarzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Ludwigsburg geflogen werden.

Die Polizei schließt ein Fehlverhalten des Verkaufspersonals ebenso aus wie möglicherweise vernachlässigte Sicherheitsbestimmungen an der Rolltreppe. Wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht wird vielmehr gegen die Eltern des Siebenjährigen ermittelt.