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© Läuter
14.02.2016

Kinder im einstigen Thales-Gebäude freuen sich über Bücherspende

Es ist ein wildes Durcheinander an diesem Mittag im ehemaligen Geschäftsgebäude der Firma Thales. Im Flur des ersten Stocks haben sich rund 20 Leute zusammengefunden, ein Mix aus verschiednen Sprachen liegt in der Luft, es wird laut und aufgeregt gesprochen, dabei ist die Mehrheit der Diskutanten gerade einmal im einstelligen Altersbereich anzusiedeln.

Schuld an diesem Durcheinander trägt die Gemeinderatsfraktion der Grünen, die ein rund drei Meter breites Bücherregal samt Inhalt im Gepäck hat. Obgleich die Tüten und Kisten mit Werken wie „Piraten reiten auf Delfinen“ oder „Dein buntes Wörterbuch Deutsch-Englisch“ schwer wiegen, lassen sich der sechsjährige Halil und die anderen auf Biegen und Brechen nicht ausreden, diese so willkommenen Kilos in denen so viel Ablenkung und Neues steckt, selbst die Stufen hoch zu schleppen – nun ja, oder es zumindest mit ein bißchen erwachsener Unterstützung zu versuchen.

Während im ehemaligen Raum für „Impulse zur Kommunikataion“ Axel Baumbusch, Ute Golderer, Renate Thon, Sibylle Schüssler und Hans Eckhard von Laue noch das Regal zusammenschrauben, werden einen Meter weiter die Kisten mit strahlenden Kinderaugen gestürmt. Ein Buch mit Malset findet besonders großen Anklang, ein Bilderbuch mit quietschender Plastiklokomotive auf dem Cover hat eindeutig das Potential bei fachmännischer Benutzung Eletern auf jeden Fall in den Wahnsinn zu treiben und dabei die Kinder um so mehr zu erfreuen.

Bei derart viel begeisterung beneidet man Heimleiter Enrico Riebe nicht. An ihm ist es nun, die Nutzungsregeln festzulegen und durchzusetzen, damit alle der rund 160 Kinder die hier leben, wie Sozialbürgermeisterin Monika Müller schätzt, etwas von den neuen Büchern, DVDs und Videos haben werden.

„Es war ganz rührend: Die Leute, die die Bücher und Videos gespendet haben, haben teilweise erzählt, wie sie daraus ihren Kindern oder Enkeln vorgelesen haben“, erzählt Hagar Hartung, Fraktionsmitarbeiterin der Grünen Liste. „Es soll ein Anfang sein“, ergänzt Sibylle Schüssler, „wir sind nicht glücklich über diese Großunterkünfte. Alles, was Ablenkung schafft unterstützen wir daher. Dass Kinderbücher eine gute Idee sind, das glaubt auch Julia Bahlke, Honorarkraft im Thales-Heim. Immer wieder wird ihr Name begeistert durch den Raum gerufen, ein Buch in die Luft gehalten. „Ich glaube,d ass es funktionieren wird, aber natürlich braucht man Regeln. Aber mir geht das herz auf, wenn ich sehe, wie die Augen der Kinder leuchten. Jede Abwechslung hier ist etwas Gutes.“