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Was eine stabile und sichere Währung ausmacht, erfahren die Kinder von Professor Dirk Wentzel.  Foto: Ketterl
Was eine stabile und sichere Währung ausmacht, erfahren die Kinder von Professor Dirk Wentzel. Foto: Ketterl
21.07.2016

Kinder-Uni: Der Euro ist ein knappes Gut

Pforzheim. Eine persönliche Gelddruckmaschine hätte vermutlich jeder gerne im Keller stehen. Das geben auch die Besucher der Kinder-Uni Vorlesung von Professor Dirk Wentzel zu. Aber was würde passieren, wenn dieser Wunsch auf einmal für alle in Erfüllung ginge?

Dass das nicht gutgehen kann, begreifen die Kinder schnell. Wenn zu viele Scheine und Münzen produziert werden, sind diese nicht mehr selten und damit nichts mehr wert. Die Preise steigen rasant an, und letztlich bricht vermutlich die Währung zusammen. Dieser Vorgang nennt sich Inflation und spielt sich gerade in Argentinien ab, weiß einer der Teilnehmer. In Deutschland habe es bereits fünf solcher Währungszusammenbrüche gegeben, fügt Wentzel hinzu.

Trotzdem wolle und könne er die Schüler mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause schicken, denn seit vielen Jahren sorge die EZB erfolgreich dafür, dass der Euro stabil bleibt. Sie nutze eine sogenannte „Zwei-Säulen-Strategie“ und betrachte einerseits die vorhandene Geldmenge, andererseits aber auch die realen Geschehnisse in der Wirtschaft. Durch die beiden unterschiedlichen Blickwinkel gelinge es der EZB laut Wentzel, Schocks wie einen Brexit oder einen Grexit abzufedern, und mithilfe von Zinsen sowie anderen geldpolitischen Instrumenten für Sicherheit und Kontinuität zu sorgen.

Somit sei das Vertrauen in die Währung grundsätzlich gerechtfertigt und die Schüler können ihr Taschengeld beruhigt ausgeben oder anlegen. Auf dieser Grundlage funktioniert das Finanzsystem.