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17.07.2008

Kinder-Uni: Wohin mit so viel Geld?

PFORZHEIM. Um ganz viel Geld und trotzdem wenig Zahlen ging es gestern bei der Kinder-Uni. Wirtschaftsprüfer Markus Häfele erklärte den Jugendlichen die Grundlagen von Buchhaltung, Wirtschaft und Finanzwesen.

Selbst bei immer höheren Taschengeldern wird wohl noch kein Jugendlicher einer Wirtschaftsprüfung ins Auge blicken müssen. Was so ein Wirtschaftsprüfer aber alles macht, interessierte die Jungen und Mädchen gestern an der Kinder-Uni trotzdem.

Markus Häfele ist so ein Wirtschaftprüfer und ermöglichte den rund vierzig Jugendlichen aus der sechsten bis zwölften Klasse einen Einblick in sein Berufsleben. Da er aber wahrscheinlich genau wusste, dass sich alle Kinder bereits auf kühle Zahlen und komplizierte Rechnungen eingestellt hatten, begann er seinen Vortrag ganz anders: „Wer weiß denn eigentlich, was ein Unternehmen überhaupt ist?“, fragte er in den Hörsaal hinein. Schwups gingen die Finger nach oben und Markus Häfele konnte sich eine der vielen Antworten aussuchen: „Die produzieren etwas“ oder „Die verkaufen irgendwas“ oder „Die beschäftigen Mitarbeiter“.

Neben den Mitarbeitern müsse es freilich auch noch eine Vorstand oder einen Chef geben, der aber nicht zwangsläufig auch der Eigentümer sein müsse. Das verwirrte die Kinder nur einen kurzen Augenblick, bis aus der Menge der Jugendlichen auf einmal das Wort Aktien fiel: „Wer eine Aktie kauft, besitzt einen ganz kleinen Anteil an einem Unternehmen. Je mehr Aktien man also hat, desto mehr vom Unternehmen gehört einem“, erklärte ein 14-Jähriger.

Aber auch seine Kommilitonen in spe wussten bereits einiges über Aktiengeschäfte. Damit die ganze Angelegenheit noch anschaulicher für die Kinder wurde, erklärte der 39-Jährige Dozent die Investition in ein Unternehmen mit „Klaus“: „Klaus hat gerade Abitur gemacht und von seiner Oma 25 000 Euro geschenkt bekommen. Jetzt steht er vor der Entscheidung, wohin mit seinem vielen Geld. Habt Ihr eine Idee“? Da ließen sich die Jugendlichen natürlich nicht lange bitten: Vom flotten Sportwagen, über ein Auslandsstudium bis hin zur Anlage auf dem Sparbuch waren alle Antworten vertreten. Tatsächlich ging es dem Wirtschaftsfachmann jedoch um die Investition in ein Unternehmen oder die Gründung einer eigenen Firma.

Ideen bringen Geld

Wozu so etwas eigentlich gut sein sollte, wollte Häfele als nächstes von den Kinder-Studenten wissen. „Wer gute Ideen hat, die viele Leute kaufen möchten, der verdient viel Geld. So ein Unternehmen wirft ja nicht nur im ersten Jahr Geld ab, sondern auch noch in Jahrzehnten“, kam die vorausschauende Antwort.

Wer ein Unternehmen führen wolle, sollte laut Häfele aber ganz genau darauf achten, dass er in Sachen Finanzen und Geld ganz genau arbeitet: „Ihr müsste alle Belege, Rechnungen und einfach alles, was mit Geld zu tun hat, aufheben und sammeln. Am Ende könnt Ihr dann sehen, ob Ihr Gewinn gemacht habt.“