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Unterschriftenübergabe: Markus Hieke und sein Sohn Marlon übergeben gemeinsam mit Alexander Nothacker Unterschriften zum Erhalt des Bolzplatzes an Peter Boch und Siegbert Morlock (von links).  Foto: Fux 

Kindergarten-Neubau sorgt für Emotionen: Bürger streiten für Erhalt des Bolzplatzes in Hohenwart

Die Diskussion um den Hohenwarter Bolzplatz sorgt im Pforzheimer Höhenstadtteil noch immer für hohe Wellen und für viel Emotionalität in der Ortschaftsratssitzung. Am Mittwochabend übergaben Markus Hieke, sein Sohn Marlon und Alexander Nothacker Oberbürgermeister Peter Boch und Ortsvorsteher Siegbert Morlock 275 gesammelte Unterschriften zum Erhalt des Platzes.

„Es wird Zeit, dass nach vier Monaten Bewegung in die Sache kommt und es weiter einen Bolzplatz in der Mitte des Ortes gibt und dieser nicht abgerissen wird“, unterstrich Markus Hieke. Der zweifache Familienvater, dessen Söhne zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen aus Hohenwart den Platz täglich zum Fußball- oder Basketball spielen nutzen, konnte es nicht fassen, dass Bolzplätze in Nordrhein-Westfalen zum immateriellen Kulturerbe zählen und in Hohenwart dieser möglicherweise einem Kindergartenbau weichen müsse. „Ohne einen geeigneten Alternativstandort – Kinder und Jugendliche gehören in die Ortsmitte - muss der Bolzplatz bestehen bleiben“, forderte Hieke. Ortsvorsteher Morlock verwies indes auf Varianten, die gerade ausgearbeitet werden, die sowohl einen Kindergarten als auch den Bolzplatz berücksichtigen. „Beides ist gewollt: der Kindergarten und der Bolzplatz“, betonte Siegbert Morlock und verwies auf eine Besichtigung vor rund sechs Wochen mit der Fragestellung: Wie kann man den Kindergarten erweitern und den Bolzplatz ebenso unterkriegen? „Es darf kein Schuhkarton werden“, konterte der Hohenwarter Bürger, dem Leon Meyer vom Jugendgemeinderat sofort zur Seite sprang. „Der Platz darf nicht verkleinert werden. Dies ist nicht akzeptabel und der Jugend nicht zumutbar. Kinder und Jugendliche haben auch Priorität und werden oft übersprungen“, kritisierte Meyer, der sich mit Hohenwarter Jugendlichen in Verbindung gesetzt hatte und für diese auch einen überdachten Unterstand forderte. „Außerdem ist das Rathaus für einen geplanten Jugendraum kein geeigneter Standort für Jugendliche“, kritisierte der Jugendgemeinderat, bevor er den Fokus erneut auf die Größe des Bolzplatzes richtete. Tobias Gindele (FDP) richtete derweil den Blick auf notwendige Kindergartenplätze, die ebenso gebraucht werden und sah kein Problem in einer Verkleinerung des Bolzplatzes um ein paar Quadratmeter.

Karin Jungmann (FW), die täglich Kinder und Jugendliche auf dem Platz spielen sieht, befürchtet, dass ein neuer Bolzplatz zu Lasten der Jugendlichen deutlich kleiner ausfallen könnte. „Es lohnt sich für Jugendliche sich einzubringen, besonders dann, wenn die Schwäche durch öffentlichen politischen Druck ergänzt wird“, so Norbert Könne (SPD), der obendrein auf einen langen geschlossenen Jugendraum verwies.