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In der Vergangenheit hatte der Ortschaftsrat noch diskutiert, ob der Bolzplatz neben der bestehenden Kita überbaut werden soll. Jetzt stritt er, ob eine für die Schule vorgesehene Wohnung im Rathaus nicht doch besser für Kindergartenkinder benutzt werden soll.  Foto: Roller 

Kindeswohl im Mittelpunkt: Hohenwarter Ortschaftsrat regt Lösung mit Containern an

Pforzheim-Hohenwart. Dass die im Obergeschoss des Rathauses befindliche Wohnung künftig von der Schule für Kernzeitbetreuung genutzt werden und einen Jugendraum beherbergen soll, hat der Hohenwarter Ortschaftsrat schon vor geraumer Zeit mehrheitlich beschlossen. Nun war Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn im Gremium zu Gast und gab bekannt: In den nächsten Doppelhaushalt ist die Maßnahme bereits aufgenommen, ebenso der Umbau des frei werdenden Werkraums. Zudem teilte er mit, dass das städtische Gebäudemanagement für die Erweiterung des ganz in der Nähe gelegenen Kindergartens eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben hat. Mit Ergebnissen rechnet man laut Fillbrunn im Frühjahr. Die Planung könne dann ab 2024 erfolgen, die Umsetzung ab 2025.

Kaum hatte der Sozialbürgermeister ausgeredet, startete im Ortschaftsrat erneut eine Diskussion, die dieser in wesentlichen Punkten bereits im September 2020 geführt hatte. Karin Jungmann (Allianz Hohenwarter Bürger) sagte, die Kindergarten-Situation stelle ein großes Problem dar. Mit Verweis auf den qualitativen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz forderte sie, die Wohnung im Rathaus nicht der Schule zuzuschlagen, sondern zunächst für die Betreuung von Kindergartenkindern zu nutzen. Ihr Ratskollege Stephan Banschbach (AHB) ergänzte: Wenn die Erweiterung des Kindergartens erst 2026 stehe, gebe es einige Jahre, in denen man in Hohenwart für Kinder keine Betreuungsmöglichkeit habe. Aber die Kinder seien da und müssten irgendwo hin. „Ich denke, dass wir da eine Interimslösung brauchen, um diese Zeit zu überbrücken.“ Fillbrunn sagte, es gebe eine klare Entscheidung des Ortschaftsrats, die Wohnung für die Schule und als Jugendraum zu nutzen. „Eigentlich ist das in der Vergangenheit ausdiskutiert worden.“ Der Sozialbürgermeister bezweifelte, dass es sinnvoll sei, eine Außengruppe des Kindergartens im Rathaus unterzubringen. „Schulische Belange stehen für mich ganz oben, dann kommt der Kindergarten.“ Die Mittel für die Umwandlung der Wohnung stünden aktuell im Haushalt. Entscheide man sich nun anders, komme es zu einer Verzögerung, und es passiere erst einmal nichts. „Wir sind alle gut beraten, wenn wir uns an die Linie halten, die wir verabredet haben.“ Ortsvorsteher Siegbert Morlock gab zu bedenken, dass man für Kindergartenräume im Rathaus noch keinen Träger in Aussicht habe. Den von Banschbach erneut ins Gespräch gebrachten Ausbau des Speichers im Rathaus sieht Morlock kritisch, auch wegen des Brandschutzes und der möglicherweise hohen Kosten. Aus dem Rat kam zudem der Vorschlag, in der Übergangszeit mit Containern für den Kindergarten zu arbeiten – eine Idee, die Fillbrunn mitnehmen und vom Gebäudemanagement auf Umsetzbarkeit prüfen lassen will. Morlock sagte zudem zu, mit den jeweiligen Trägern über Lösungsmöglichkeiten beim Hohenwart Forum und beim katholischen Gemeindezentrum zu reden.