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Wahl-Werbung: Dietrich Pilz und Christiane Quincke rufen zum aktuellen Urnengang auf.  Foto: Becker 

Kirchenwahl: Eine Frage der Motivation - gewählt ist, wer kandidiert

Pforzheim. Die Mitglieder der evangelischen Amtskirche in Pforzheim wählen ihre Vertreter in den Ältestenkreisen. Gewählt ist, wer kandidiert – denn es gibt nicht mehr Kandidaten als Mandate. Aber auch keine Rechtsaußen-Bewerber.

Pforzheim. Sie bestimmen über die Verwendung des Budgets, sie reden mit bei der Personalauswahl vor Ort, sie gestalten Art, Termine und Zielsetzung der Gottesdienste: die Ältestenkreise der evangelischen Pfarrkirchen in Pforzheim. Außerdem wählen sie wiederum die Mitglieder der Stadtsynode. Alle über 14-jährigen Mitglieder der evangelischen Landeskirche Baden sind wahlberechtigt, in Pforzheim rund 33 000 der rund 36 000 Kirchenmitglieder, wie Christiane Quincke als Dekanin des Kirchenbezirks Pforzheim-Stadt und Dietrich Pilz als Vorsitzender der Stadtsynode am Mittwoch bei einem Pressegespräch mitteilten.

Zur Wahl stehen ab jetzt für die Ältestenkreise der neun Pfarrkirchen insgesamt 76 Kandidaten. Für insgesamt 76 Mandate. „Es ist nicht so einfach, Menschen für dieses Amt zu gewinnen“, sagt Quincke. Nicht zuletzt, wie sie vermutet, wegen der mit sechs Jahren relativ langen Amtszeit. Obwohl die Wahl also wenig Auswahl biete, sei es dennoch wichtig, wählen zu gehen – einerseits, um gerade denjenigen Rückhalt und Motivation zu geben, die sich aufstellen ließen, und zweitens wegen des demokratischen Prinzips, dass es überhaupt eine Wahl gibt.

Die Versendung der Wahlunterlagen an die Wähler hat begonnen. Die Wahl ist eine reine Briefwahl: Der ausgefüllte Stimmzettel kommt in den Wahlumschlag, dieser in den nächsten Umschlag, um ihn per Post oder persönlich dem jeweiligen Pfarrbüro zukommen zu lassen. Die Stimmabgabe ist bis einschließlich ersten Advent, 1. Dezember, möglich – aber von Pfarrkirche zu Pfarrkirche unterschiedlich, teils bis nach dem Gottesdienst, teils bis mittags. Listen oder Fraktionen gebe es nicht, auch keine politischen Richtungen, es liege kein Hinweis vor, dass AfD-nahe oder andere rechtsgerichtete Kräfte in die Ältestenkreise oder durch diese in die Stadtsynode strebten, wie es im Osten Deutschlands oder auch bei Betriebsratswahlen zunehmend zu beobachten war.

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