nach oben
Volker Weingardt vom Haus des Jugendrechts hat die jungen Kirschen-Diebe ins Gebet genommen. Foto: Seibel
Volker Weingardt vom Haus des Jugendrechts hat die jungen Kirschen-Diebe ins Gebet genommen. Foto: Seibel
23.07.2015

Kirschenklau im großen Stil: Polizei ermahnt Kinder aus mehreren Familien

Pforzheim. Die zwei Kirschenbäume von Helga Z. (Name geändert) waren eine Augenweide – prall hingen die Äste voll der köstlichen Früchte. Doch das weckte Begehrlichkeiten – bei mindestens sechs Kindern aus mehreren Familien, laut Polizeihauptkommissar Volker Weingardt zwischen sieben und elf Jahre alt. Wie die Heuschrecken machten sie sich über die Bäume her, rissen zum Teil Äste ab, um an das leckere Steinobst zu gelangen. „Nicht nur für sich“, erinnert sich Helga Z., die die Kinder und deren Familien gut kennt, weil sie ihnen fast täglich begegnet – sie arbeitet in einer sozialen Einrichtung in der Stadt, die sich um viele Migrantenfamilien kümmert.

Die Kinder, das bestätigt auch Weingardt, einer der Polizisten im Haus des Jugendrechts und hauptsächlich zuständig fürs Anti-Graffiti-Mobil (AGM), hätten ganze Plastiktüten mit Kirschen vollgestopft. Weingardt, ein Freund der klaren Aussprache, bestellte die Familien samt Kindern ein und führte ein „normverdeutlichendes“ Gespräch, wie eine ordentliche Standpauke in bestem Behördendeutsch genannt wird. Er mahnte auch die Eltern zu mehr Wertevermittlung und die Unterscheidung in „Mein“ und „Dein“. Offensichtlich begriffen die Kinder, was sie angestellt hatten – nicht nur, weil Helga Z. mittlerweile Anzeige wegen Diebstahls erstattet hatte (was allerdings keine Folgen gehabt hätte, weil die Kinder strafunmündig sind).

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“.

Leserkommentare (0)