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Fünf Neubauten haben das Gütesiegel "Klimahaus" erhalten. 

Klimahaus-Siegel in Pforzheim: Fünf energieeffiziente Häuser erhalten Auszeichnung

Pforzheim. Fünfmal darf Bürgermeisterin für Planen, Bauen, Umwelt und Kultur Sibylle Schüssler in diesem Jahr das Gütesiegel Klimahaus Baden-Württemberg in Pforzheim vergeben. Bei allen ausgezeichneten Objekten handelt es sich um Neubauten der Effizienzklasse KfW Effizienzhaus 40 und besser, was höchsten energetischen Ansprüchen entspricht.

Energieeffiziente Häuser_Hausschilder Gruppenbild
Pforzheim

Gütesiegel "Klimahaus Baden-Württemberg" als Anreiz für energieeffizientes Bauen

In diesem Jahr hat die Auszeichnung in der Theodor-Neunecker-Straße 23, einem im Jahr 2019 errichteten Mehrfamilienhaus mit fünf Parteien stattgefunden. Das Gebäude bezieht die Wärme klimafreundlich aus dem Boden mittels Erdwärmesonden. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung senkt den Energiebedarf weiter und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Entsprechend stolz nimmt Eigentümerin Julia Butz das neue Hausschild entgegen, welches das Gebäude künftig als Klimahaus ausweist.

Leider haben es in diesem Jahr keine Sanierungen in die Auszeichnung geschafft, was hauptsächlich daran liegt, dass die Mindestanforderungen seit diesem Jahr nochmals deutlich verschärft wurden. Gefordert wird nun die Effizienzhausklasse 55 und besser, ein Standard, der bislang eher für den Neubau typisch war.

„Gerade bei Sanierungen müssen wir beim Tempo und Niveau deutlich zulegen, sonst können wir unsere Klimaziele in keinster Weise erreichen“, begründet Bürgermeisterin Schüssler die Verschärfung. „Denn bis 2045 wollen wir in Pforzheim klimaneutral sein, das heißt bilanziell keine Tonne Treibhausgase mehr in die Atmosphäre blasen! Das Gütesiegel Klimahaus Baden-Württemberg dient als hervorragende Motivation und Sensibilisierung für den Klimaschutz beim Bauen und Sanieren“. 

Wie funktioniert die Teilnahme am Klimahaus?

Die Teilnahmebedingungen bleiben unverändert. Alle Bürgerinnen und Bürger, Wohnungsbaugesellschaften, Architektinnen und Architekten sowie Energieberaterinnen und -berater mit Projekten in der Stadt Pforzheim können kostenfrei mitmachen. Der Teilnahmebogen ist unter klimaschutz-pforzheim.de zu finden und kann digital ausgefüllt werden. Das Formular muss unterschrieben und zusammen mit einem Nachweis für den energetischen Standard des Gebäudes, zum Beispiel Energiebedarfsausweis, per E-Mail oder Post an das Amt für Umweltschutz der Stadt Pforzheim geschickt werden.

Jetzt Sanieren: Tipps vom Energieberater

Es gibt viele Gründe, sein Haus zu sanieren: ein undichtes Dach, eine hohe Heizkostenrechnung oder ein altersgerechter Umbau. Jürgen Henke ist überzeugt, dass der Wohnkomfort dabei nicht zu kurz kommen darf. Drei Fragen an den Energieberater, der bei der Abteilung Zukunft Altbau der KEA-BW das Beratungstelefon betreut.

Wir alle wollen uns in den eigenen vier Wänden wohl fühlen. Muss man dafür sanieren?

In vielen Fällen ja. Gerade in älteren Häusern entsteht im Winter häufig Zugluft, weil über Fenster, Außenwände und Kellerdecke zu viel Wärme verloren geht. Das spürt man, wenn man mit den Kindern auf dem Boden spielt, am Esstisch kalte Füße bekommt oder es abends auf dem Sofa nur mit Decke richtig gemütlich wird. Und wenn Schimmel dazu kommt, wird es wirklich ungesund.

Kellerdecke, Außenwand, Fenster – wo soll man denn anfangen?

Das ist bei jedem Haus anders. Aber es gibt eine einfache Grundregel: Reduzieren Sie zuerst den Energiebedarf, zum Beispiel durch Dämmung oder neue Fenster. Dann können Sie im nächsten Schritt die Heizung oder eine Lüftungsanlage optimal an den neuen Gegebenheiten ausrichten. Und schließlich lohnt es sich zu prüfen, ob, wo und wie Sie erneuerbare Energien unterstützend einsetzen können.

Klingt einfach – und in der Umsetzung doch kompliziert

Richtig. Eine energetische Sanierung ist selten einfach. Deshalb braucht es immer eine qualifizierte Energieberatung. Ergänzend ist meist eine Baubegleitung zu empfehlen. So sichert man sich auch die passende finanzielle Förderung und spart am Ende Energiekosten. Außerdem haben mir die vielen Jahre Erfahrung gezeigt: Der neue Wohnkomfort entschädigt immer für den Aufwand einer Sanierung.