nach oben
Johannes Mall von LAF, Christine Müh, Geschäftsführerin des Koki, Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, und Hans Göz, Vorsitzender der Kammergruppe Pforzheimer Enzkreis der Architektenkammer, sind die Initiatoren des Abends. Foto: Fischle
Johannes Mall von LAF, Christine Müh, Geschäftsführerin des Koki, Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, und Hans Göz, Vorsitzender der Kammergruppe Pforzheimer Enzkreis der Architektenkammer, sind die Initiatoren des Abends. Foto: Fischle
16.04.2018

Koki vor Ort präsentierte einen Film von Hubertus Siegert

Pforzheim. Im Lichthof des Alten Rathauses hat das Kommunale Kino im Rahmen seiner Reihe „Koki vor Ort“ den Film „Berlin Babylon“ gezeigt. Der Film dokumentiert die Neuerfindung der Berliner Mitte nach der nach der Wiedervereinigung. Das Besondere: Es handelte sich um einen 35-Millimeter-Rollenfilm, der über einen Projektor vorgeführt wurde.

Die Idee, diesen Film zu zeigen, stammte vom Kooperationspartner LAF (Leerstand als Freiraum), einem gemeinnützigen Verein aus Studierenden und jungen Absolventen. Zudem unterstützten das Dezernat II mit Bürgermeisterin Sibylle Schüssler sowie die Architektenkammer des Pforzheimer Enzkreis mit ihrem Vorsitzenden Hans Göz die gelungene Veranstaltung.

Nach dem Mauerfall waren in der Hauptstadt viele innerstädtische Brachflächen entstanden. Regisseur Hubertus Siegert dokumentierte die rasanten Planungen und Bauarbeiten in Berlin von 1996 bis 2000 in ästhetischen Aufnahmen. „Es geht in ‚Berlin Babylon‘ nicht darum, Meinungen zu zeigen, sondern eine Vielzahl von Perspektiven“, stellte Architekt Göz positiv überrascht fest. So kommen beispielsweise keine Interviews oder Kommentare im Film vor. Einzig die Filmmusik der unkonventionellen Berliner Band „Einstürzende Neubauten“ liefert eine Art Kommentar.

Techniker und Cineast Timo Gerstel sorgte für eine reibungslose Filmvorführung. Er wünschte dem Publikum: „Erkenntnisse über die Stadt Berlin und warum Pforzheim so ist, wie es ist. Berlin war wie Pforzheim stark zerstört. Und Pforzheim ist auch ganz schön, wenn man es verstanden hat.“ Die erste Rolle mit drei Akten Film, welche er einlegte, misst etwa 900 Meter. Damit er die Rollen wechseln konnte, war eine kurze Pause nötig. Um dies zu vermeiden, hatte man im Kino zu Analog-Zeiten einen zweiten Projektor im Raum.

Unter den etwa 30 Zuschauern äußerte sich Hans-Heiner Bouley: „Ich finde es interessant, wie man Städte macht und wie man Urbanität schafft, auf der Historie aufbaut und Neues wagt.“

Die Veranstalter haben einen wahrlich passenden Zeitpunkt gewählt, denn auch Pforzheim befindet sich derzeit im Baufieber. „Das Thema der Veranstaltung ist ein schöner Rückgriff auf die Anfangszeit des Vereins“, findet Johannes Mall von LAF.