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Thomas Satinsky, geschäftsführender Verleger der "Pforzheimer Zeitung"
Thomas Satinsky, geschäftsführender Verleger der "Pforzheimer Zeitung" © Ketterl
02.10.2014

Kommentar: Pforzheim - eine Stadt des Aufbruchs

In Pforzheim drehen sie das große Rad – die Macher im Rathaus um Oberbürgermeister Gert Hager. Es geht um eine nachhaltige Veränderung der Innenstadt. Aber wenn man genau hinschaut, bedeutet das, was mit „Innenstadt Ost“ und dem Oberbegriff „Pforzheim Mitte“ betitelt wird, ein neues Pforzheim. Ein ganzes Quartier soll sein Gesicht verschönern, breite Autostraßen werden zum Fußgänger-Boulevard umgestaltet und Wohnen im Stadtkern soll wieder „in“ sein.

Vorbei also die Zeiten der mausgrauen und langweiligen Fassaden einer in die Jahre gekommenen Fußgängerzone? Wir werden sehen. Denn neben der ambitionierten Pforzheimer Rathausspitze gibt es noch den neu gewählten Gemeinderat. Und dieser scheint sich einig in seiner Uneinigkeit. Es wird an OB Hager liegen, die kommunalpolitischen Querdenker und Quertreiber einzuordnen und die Bevölkerung mitzunehmen auf dem langen Marsch zum neuen Pforzheim.

Innenstädte den Kräften des freien Marktes zu überlassen, könnte sich fatal auswirken. Gestalterische Vorschriften müssen der Rahmen für neue Stadtmittelpunkte sein; schon allein deshalb, weil privaten Investoren ihre Möglichkeiten aufgezeigt werden sollten. Planerische Klarheit von Anfang an ist das A und O eines City-Umbaus.

Pforzheim, dem Oberzentrum der Region Nordschwarzwald, sollte es möglich sein, sich als lebendige Stadt zu präsentieren, die den Willen hat zur Umgestaltung. Eine Stadt, die Schluss macht mit den Verödungstendenzen ihrer City - eine Stadt des Aufbruchs.

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