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23.03.2009

Kommt ein Mini-Tunnel für die Zer(t)rennerstraße?

Der Verkehr von drei Bundesstraßen quält sich durch Pforzheim und schnürt der Innenstadt die Luft ab. Immer stärker rückt dabei die Zerrennerstraße als „Zertrennerstraße“ in den Blickpunkt. Am Dienstag muss sich der Gemeinderat Gedanken über einen Antrag machen, der die teilweise Untertunnelung der Zerrennerstraße vorsieht.

Die SPD schlägt vor, die Tiefgaragen-Zufahrten vor dem Stadttheater und der Stadtbibliothek sowie vor der neuen Alfons-Kern-Schule als Unterführung zu nutzen, um in diesem Bereich die Straße als neuen Fußgängerbereich umgestalten zu können. Unterirdisch könnte es eine zumindest einspurige Verkehrsführung geben, die die vorhandene Infrastruktur der Tiefgagare nützt.

Eine klassische Tunnellösung, so sieht es die SPD, sei „finanziell nicht darstellbar“. Soll heißen: Der große Tunnel unter der Zerrennerstraße von der Stadtbibliothek bis zum „Cineplex“-Kino ist in den Augen der Sozialdemokraten so teuer, dass diese Lösung wohl nicht kommen wird. Auch bei den Vorschlägen zum neuen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Pforzheim hat Verkehrsplaner Ulrich Noßwitz eine Alternative zu dieser großen Lösung angeboten: Die Zerrennerstraße soll zum Stadtboulevard umgebaut werden. Oben rollen die Autos nur noch einspurig und unten gibt es eine Untertunnelung mit einer durchgängig befahrbaren Tiefgarage.

Der Gemeinderat muss nun am Dienstag darüber abstimmen, ob die Verwaltung beauftragt werden soll, sich mit dem SPD-Antrag zu befassen. Die kleine Untertunnelung im Osten der von rund 35.000 Autos täglich befahrenen Ost-West-Achse könnte, wenn sie denn technisch machbar und überdies finanzierbar ist, auch Einflüsse auf die noch ausstehende Umgestaltung des südlichen Marktplatzes haben und vielleicht sogar schon einen „grünen Schatten“ auf die geplante Landesgartenschau in der Innenstadt werfen.

Vor etwa vier Monaten hat die Fraktionsgemeinschaft aus Freien Wählern, Unabhängigen Bürgern und der Liste Bürgerbeteiligungshaushalt (LBBH) im Vorfeld der Haushaltsberatungen erklärt, dass zwischen Fußgängerzone und Enz ein einheitlicher Raum geschaffen werden müsste. Hierfür seien eine Sperrung der Zerrennerstraße und die Einrichtung eines Ringverkehrs nötig.

Etwa zur gleichen Zeit ging der Verein „Pforzheim mitgestalten“ mit einer weiteren Variante an die Öffentlichkeit. Da ein Tunnel unter der Zerrennerstraße wegen der Nähe zum Fluss und zum Grundwasserspiegel besonders teuer käme, könnte man doch auf Umwegen eine Entlastung erreichen: Durch eine Untertunnelung des Leopoldplatzes.

Bei der Vielfalt der Vorschläge ist eines jedoch stets gleich: Der Wunsch, den Verkehr von der Zerrennerstraße zu verdrängen und die Fußgängerzone zur Enz hin zu öffnen.