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Ein Asylbewerber blickt durch den Außenzaun der Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in Nostorf/Horst bei Boizenburg (Landkreis Ludwigslust).Jens Büttner
Ein Asylbewerber blickt durch den Außenzaun der Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in Nostorf/Horst bei Boizenburg (Landkreis Ludwigslust).Jens Büttner
27.02.2013

Kommune will zweite Asylbewerber-Unterkunft

Pforzheim. Die Unterkunft im Brötzinger Tal werde nach Schätzungen der Kommune im laufenden Jahr nicht mehr alle Flüchtlinge aufnehmen können, erklärt Sozialamtsleiter Rüdiger Staib. Deshalb wird in der Nordstadt ein zweites Haus mit 50 Plätzen hergerichtet werden. Es war vor Jahren schon mal zu diesem Zweck genutzt worden.

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Die Zahl der Asylbewerber steigt bundesweit rasant. Im Oktober lag die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 142 Prozent höher, nämlich bei 5844 Menschen. In Pforzheim rechnet das Sozialamt mit mindestens 130 Asylzuweisungen durch das Bundesamt für 2013. Jeder, der einen Asylantrag stelle, werde zunächst in einer Sammelunterkunft untergebracht, sagt Sozialamtsmitarbeiter Thomas Hasenkopf. Das habe den Vorteil, dass die Stadt eine Pro-Kopf-Pauschale vom Land erhalte. Damit abgegolten seien allerdings auch die Krankheitsrisiken. Die könnten bei einer Krebserkrankung oder einem Dialyse-Patienten die Kommune sehr belasten, sagt Staib.

Im Enzkreis gab es Beschwerden aus der unmittelbaren Nachbarschaft einer geplanten Unterkunft, sagte ein Sprecher. Manche Flüchtlinge wiederum hätten sich über die Abgeschiedenheit der Unterkünfte und die Versorgung mit Sachleistungen beklagt - ebenso wie einige Flüchtlingsinitiativen. Mit 183 Plätzen sei die Kapazität im Enzkreis zur Zeit voll ausgeschöpft. Momentan liege der Kreis mit 40 Menschen hinter der Unterbringungsquote - daher sei der Bau einer Containeranlage mit etwa 30 weiteren Plätzen geplant.

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