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Jugendgemeinderat

Das neue Präsidium: der stellvertretende Vorsitzende Niklas Finger (links), der Vorsitzende Markus Fischer und Beisitzerin Lena Dietrich (alle JU/SU).  Belle
Das neue Präsidium: der stellvertretende Vorsitzende Niklas Finger (links), der Vorsitzende Markus Fischer und Beisitzerin Lena Dietrich (alle JU/SU). Belle
15.11.2016

Konstituierender Sitzung des Jugendgemeinderats verläuft emontional- Unionsjugend sichert sich sämtliche Ämter

Der bisherige Jugendgemeinderat (JGR) hat sich gestern mit einem Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre, warmen Worten zum Abschied und guten Wünschen an die Nachfolger aus dem Ratssaal verabschiedet.

Mit einem Knall starteten im Anschluss die neuen Räte nach der Verpflichtung durch Oberbürgermeister Gert Hager in ihre Legislaturperiode. Bei der Wahl des Präsidiums kam die absolute Mehrheit des Unionsnachwuchses, der sich zur Fraktion Junge Union/Schüler Union (JU/SU) zusammengeschlossen hat, erstmals zum Tragen. 13 der 20 Räte sind dort Mitglied, wobei einer von ihnen, Simon Berger, gestern nicht anwesend war. Noch vor der Wahl richtete Lukas Kresser das Wort an die Anwesenden. Der 20-jährige Politikstudent und freie Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung hatte mit 322 Stimmen die meisten Pforzheimer Jugendlichen hinter sich. Die Hoffnung, dadurch wie Patricia Pfisterer (Jusos) im Vorjahr den Vorsitz des Gremiums innezuhaben, hatte er aufgegeben: „Die meisten wissen, wie das gleich ausgeht“, eröffnete er seine Ansprache. Er bedaure es, dass die Repräsentation nicht dem entsprechen werde, was die Satzung vorsehe. „Wir haben hier eine Zweckentfremdung. Die demokratischen Prinzipien der Persönlichkeitswahl werden missachtet“, so Kresser. In keinem der 83 Jugendgemeinderäte im Land habe es bislang eine Fraktionsbildung gegeben. „Schade, dass seitens der Stadtverwaltung nicht entgegengewirkt wurde.“ Kresser sollte mit seiner Vermutung recht behalten: Mit sechs zu 13 Stimmen unterlag er bei der Wahl des Vorsitzenden dem ehemaligen Beisitzer Markus Fischer. Als einziger Kandidat sicherte sich der ehemalige stellvertretende Vorsitzende Niklas Finger erneut den Posten. Sechs Räte hatten einen ungültigen Stimmzettel abgegeben. Auch bei der Frage, wie viele Beisitzer es geben soll, setzte sich die Fraktion durch: „Bei zwei Beisitzern kann es bei einer Vorstandsentscheidung zum Patt kommen“, überzeugte Fraktionsvorsitzender Leon Lichtwer. Lukas Kresser unterlag gegen Lena Dietrich (JU/SU). Zuvor hatte er nochmals eindringlich für eine alternative Lösung geworben – „damit nicht gleich allen die Lust vergeht“. Auch die Wahl zum Pressesprechers entschied mit Marc Menz ein Fraktionsmitglied gegen Elias Potje für sich.

„Es ist zu Tage getreten, dass es gewisse Differenzen gibt“, resümierte Bürgermeisterin Monika Müller und bat um gute Zusammenarbeit und einen respektvollen Umgang. Auch auf der Zuschauertribüne schlug die Wahl Wogen. „Ihr vertretet alle Jugendlichen aus Pforzheim. Nutzt eure eigene Meinung und nicht die, die euch vielleicht jemand von oben aufdrückt“, riet die ehemalige Jugendräte Anne-Marie Berg (Jusos): „Traurig, was hier passiert. Wollt ihr wirklich, dass der Jugendgemeinderat in seiner zweiten Legislaturperiode gegen die Wand fährt?“ Der JU-Kreisvorsitzende Philipp Dörflinger hingegen befürwortete den Zusammenschluss: „Von mir aus, macht weiter so!“