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06.10.2015

Kopfschuss und Auto-Attacke geben Gericht noch Rätsel auf

Pforzheim. Ein ziemlich blutiges Ende hat ein Discoabend am frühen Morgen des 25. Januar genommen. Wie der Staatsanwalt Mario Nitschmann gestern bei einer Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung einem 20 Jahre alten Azubi vorwarf, habe dieser in jener Nacht gegen 5.30 Uhr einem anderen Mann zwei Kugeln aus einer Art Luftdruckpistole in den Kopf geschossen.

Täter gesteht

Etwas später dann sei er auf den Geschädigten, der eine offene Wunde davon getragen habe, mit seinem Auto zugefahren, um ihn zu verletzen. Der Mann, der auf einer Verkehrsinsel stand, habe sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können. Die Kugeln mussten später aus seinem Kopf herausoperiert werden. Ein Täter-Opfer-Ausgleich war an den finanziellen Forderungen des Geschädigten gescheitert. 4000 Euro Schmerzensgeld wollte er laut Verteidiger Christoph Bühler von dem damaligen Studenten haben. So viel konnte dieser aber nicht aufbringen.

Die Taten gab der junge Mann ohne Wenn und Aber zu. Gehandelt habe er aus Angst. Irgendetwas sei in der Disco vorgefallen, an das er sich nicht erinnern könne. Der andere Mann sei mit den beiden Freunden des Angeklagten weggegangen. Besorgt sei er ihnen mit der Waffe gefolgt, habe dem Fremden gesagt, er möge sich „verpissen“. Der habe ihm aber eine Ohrfeige gegeben. Woraufhin er geschossen habe. Gezielt habe er nicht.

Geschädigter bleibt weg

Später im Auto habe ihn der Geschädigte zufällig wieder gesehen, habe die Autotür aufgerissen und ihn abgebrüllt. Da sei er in Panik losgefahren. Warum er danach wendete und auf den Mann losfuhr, wusste er nicht. Ermittelt wurde er, weil sich der andere die Autonummer gemerkt hatte. Im Jahr zuvor, so erfragte der Verteidiger, war der Freund des Angeklagten von Unbekannten krankenhausreif geschlagen worden. Dessen Eltern hätten ihm, dem Angeklagten, immer wieder Vorwürfe gemacht, weil er den Freund nicht geschützt habe. Diesmal habe er es besser machen wollen, sagte er. Der Geschädigte war nicht erschienen. Da seine Aussage jedoch wichtig ist, wurde die Verhandlung vertagt. Wann sie fortgesetzt wird, ist noch unbestimmt. jaw