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Das Provisorium könnte zur Langstrecke werden: Drittklässler der Nordstadtschule nutzen aktuell behelfsmäßig umgebaute Produktionsräume der einstigen Schmuckfirma Ramminger für den Sportunterricht.
Das Provisorium könnte zur Langstrecke werden: Drittklässler der Nordstadtschule nutzen aktuell behelfsmäßig umgebaute Produktionsräume der einstigen Schmuckfirma Ramminger für den Sportunterricht.
20.09.2017

Kostenexplosion: Hallenbau an Nordstadtschule gestoppt

Pforzheim. Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler hat den Bau- und Liegenschaftsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung über den aktuellen Projektstand beim Sporthallenneubau an der Nordstadtschule unterrichtet. Die unerfreuliche Nachricht: Der aktuelle Kostenrahmen von 7,8 Millionen Euro kann nicht gehalten werden. Vor allem drei Faktoren sind dafür verantwortlich.

Erstens: Unerwartet hohe Entsorgungskosten für Erdmaterial - so das Ergebnis eines ergänzenden Bodengutachtens. Nicht nur, aber auch daraus ergeben sich zweitens höhere Gesamtkosten im Bereich der Außenanlagen. Drittens belasten die aktuell zu erwartenden Baupreissteigerungen den vorgesehenen Kostenrahmen erheblich.

„Wenn wir alles zusammen nehmen, kommen wir nun auf einen Gesamtkostenrahmen von 10,8 Millionen Euro“, so Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler. Eine Zahl, die die Stadt zusammen mit dem beauftragten Planungsbüro und der Projektsteuerung ermittelt habe. Dies sei eine sehr bedauerliche Entwicklung. „Aus diesem Grund haben wir die laufenden Planungen auf der Grundlage des jetzigen Entwurfs vorläufig gestoppt, bis wir alternative Lösungen erarbeitet und darauf aufbauend eine Entscheidung im Gemeinderat herbeiführen können“, so die Baubürgermeisterin weiter.

Einen Schritt, den Oberbürgermeister Peter Boch ausdrücklich fordert: „Ich bin absolut dafür, dass wir die vorliegenden Zahlen offen und transparent kommunizieren und – wenn notwendig – von Grund auf neu denken“, so der Rathauschef. „Höchste Priorität hat für mich, dass wir den vom Gemeinderat genehmigten Kostenrahmen am Ende einhalten können und jetzt unmittelbar die dafür erforderlichen Schritte einleiten“, so der Oberbürgermeister weiter.

Das Gebäudemanagement ist daher dabei, die alternativen Lösungen aufzubereiten, um sie dann Ende Oktober/ Anfang November im zuständigen Fachausschuss erläutern zu können. „Wir werden Vorschläge erarbeiten, die auch die Aufhebung der aktuellen Planung sowie eine Neuplanung beinhalten werden“, erläutert Sibylle Schüssler. So sieht der jetzige Entwurf vor, dass in den Hang hineingebaut wird, was besonders hohe Erdbewegungen notwendig macht. „Hier wäre bei einer Neuplanung Einsparpotential vorhanden.“

Im Vorfeld der Bau- und Liegenschaftsausschusssitzung wurde auch der Rektor der Nordstadtschule, Oliver Hesselschwerdt, durch das städtische Gebäudemanagement informiert. Bei dem Gespräch wurde vereinbart, bei einem Folgetermin – unter Einbeziehung des Dezernats III und des Amts für Bildung und Sport – darüber zu sprechen, wie die Folgen für den Schul- und Vereinssport möglichst gering gehalten werden können.