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Brigitte Knabe bei den Feierlichkeiten zur Stiftungsgründung im Juli 2012. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Brigitte Knabe bei den Feierlichkeiten zur Stiftungsgründung im Juli 2012. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
25.10.2016

Kraft hinter dem DDR-Museum: Trauer um Brigitte Knabe

Pforzheim. Sie hielt sich bei öffentlichen Auftritten zurück, wirkte im Hintergrund – und doch wäre das renommierte DDR-Museum Pforzheim in seiner heutigen Form ohne Brigitte Knabe nicht denkbar. Am Samstag ist die Witwe des Gründers Klaus Knabe im Alter von 76 Jahren unerwartet gestorben.

Brigitte Knabe wird am 8.Juni 1940 als einziges Kind von Paul und Helene Geisler im oberschlesischen Schwarzbach geboren. Als Siebenjährige flieht sie mit ihrer Mutter nach Hoym in Sachsen-Anhalt. Den Vater, der im Krieg gefallen ist, lernt sie nie bewusst kennen – ein Schicksal, dass sie mit ihrem späteren Ehemann teilt. Diesen trifft sie in Dresden, wohin sie die Ausbildung zur Gärtnerin geführt hat. Gemeinsam flüchten sie im Juli 1961, einen Monat, bevor der Bau der Berliner Mauer beginnt, aus der DDR in den Westen. Sie lassen sich in Pforzheim nieder.

Hier beginnt die gewaltige Dokumentations- und Erinnerungsarbeit, in die sich Klaus Knabe stürzt – und die seine Frau immer mitträgt. Knabes Leidenschaft wird zur gemeinsamen Aufgabe. Nach dem Tod ihres Mannes im Februar 2012 begleitet Brigitte Knabe im selben Jahr als Mitglied des Vereinsvorstands von „Gegen das Vergessen“ den Start der Stiftung. Ihre Familie erlebt sie bis zuletzt aktiv, etwa im Singkreis der evangelischen Buckenberggemeinde und bei der geliebten Gartenarbeit. Brigitte Knabe hinterlässt ihre erwachsenen Kinder Andreas, Monika und Thomas sowie fünf Enkelkinder.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 4. November, um 13.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof statt.