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Auf Tuchfühlung: Bernd und Donetta Mellenthin lassen sich von Tobias Danzer von „Nox the robot“ (Mitte) erklären, was der kleine Roboter Nao alles kann.  Foto: Seibel 
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Beim Tag der offenen Tür im EMMA-Kreativzentrum schauen sich Biljana Bauer und Felix Konle (links) die Werke der Kreativen an.  Foto: Seibel 

Kreativzentrum öffnet seine Pforten: Besucher entdecken das EMMA

Pforzheim. Mit Schwung wirft er seine Arme zur Seite, geht in die Knie und bewegt den Oberkörper rhythmisch zur Musik. Gebannt schauen die gut 20 Besucher auf „Nao“, der zu Gangnam-Style tanzt. Der kleine Roboter der Firma „Nox the robot“ war einer der Hingucker beim gestrigen Tag der offenen Tür im EMMA-Kreativzentrum. Den ganzen Tag lang konnten sich Interessierte anschauen, was in den Ateliers, Werkstätten und Büros geschieht und entsteht.

Geführte Rundgänge

Sie nahmen zum Beispiel an einem der geführten Rundgänge durch das einstige Pforzheimer Stadtbad teil, das mit öffentlichen Mitteln von rund zehneinhalb Millionen Euro zum „Mittelpunkt und zur starken Anlaufstelle für die Kreativschaffenden aus Pforzheim und Umgebung geworden ist“, wie es Robert Paul, Mitarbeiter der Kreativwirtschaft den Teilnehmern seines geführten Rundgangs erklärte. Die Besucher aller Altersstufen sahen sich gemeinsam mit ihm den offenen Bereich der Co-Working-Arbeitsplätze mit ihren Raumteilern ebenso an wie die Büros der Mieter im Obergeschoss, genossen die Aussicht auf der Dachterrasse und blickten im Untergeschoss den Kreativen in ihren Ateliers und Werkstätten bei der Arbeit über die Schulter.

Jeweils vier Arbeitsplätze gibt es im Mode- und Industriedesign sowie neun Arbeitsplätze im Bereich Schmuck. „In den Werkstätten und in den Büros sind wir voll belegt“, erklärte Robert Paul. Einige der Mieter stellten sich und ihre Arbeit auch gestern den Besuchern kurz vor.

So arbeitet beispielsweise die Illustratorin Judith Graffmann ebenso in dem 3000 Quadratmeter großen Gebäude wie der Kommunikationsdesigner Jochen Baumann oder die Modedesignerin Susanne Dienst-Lang, die handgefertigte Lederarmband-Unikate herstellt.

Auch die Firma „Nox Robot“ hat unter dem Dach des 1911 eröffneten Hauses seine Heimat gefunden. „Es ist sehr schön geworden und bestimmt auch für junge Kreativschaffende eine gute Möglichkeit, hier Fuß zu fassen“, sagt eine Pforzheimerin, die im Emma-Jaeger-Bad schwimmen gelernt hat und sich informieren will, was sich seit ihrem letzten Besuch im Kreativzentrum verändert hat.

Genau dies ist auch Ziel des Tags der offenen Tür. „Dies ist ein lebendiger Ort, an dem immer wieder etwas Neues passiert“, sagt die Leiterin des Kreativzentrums, Almut Benkert. Nach zweieinhalb Jahren habe die Einrichtung ihren Platz in der Stadt gefunden. Dennoch wolle man mit der Bevölkerung in Kontakt bleiben. „Wir wollen zeigen, was hier passiert und was die Mieter machen“, sagt Benkert. Denn schließlich seien ins Kreativzentrum auch öffentliche Gelder geflossen.

Neben den Rundgängen durchs Haus fand auch zusätzlich eine Führung durch die Ausstellung „PF Revisited. Die zeitgenössische Schmuckmanufaktur“ statt, die anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ realisiert wird.

Sie zeigt historische Maschinen, manufakturelle Techniken der Schmuckherstellung und die Resultate einer bald zehnjährigen gestalterischen Forschung von Studierenden, Dozenten und Stipendiaten im Rahmen des Projektes „PF Revisited“ an der Hochschule Pforzheim.