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Gerhard Biemelt zeigt im dritten Stock des Neuen Rathauses auf 

asbestbelastete Deckenplatten.
Gerhard Biemelt zeigt im dritten Stock des Neuen Rathauses auf asbestbelastete Deckenplatten. © Bechtle
22.12.2010

Krebserregende Fasern in Pforzheimer Rathausdecke

PFORZHEIM. Bei Untersuchungen im Vorfeld der Brandschutz-Sanierung sind im Rathaus asbest-ähnliche Stoffe entdeckt worden. Gelangen Fasern daraus in die Luft, können sie Krebs erregen. Die Entsorgung wird teuer.

Weitere Untersuchungen der Firma asp im Zusammenhang mit den umfangreichen Brandschutz-Maßnahmen im Neuen Rathaus zeigen, dass die Deckenplatten im Rathaus problematisch sind. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch in einer Presse-Erklärung mit. Ersten Analysen zufolge enthalten die Platten so- genannte Künstliche Mineral-Fasern (KMF). Sie werden als krebserregend eingestuft. „Solange sie unberührt liegen bleiben, geht von ihnen keinerlei Gefahr aus“, versichert Rüdiger Weinbrecht vom Gebäudemanagement der Stadt Pforzheim.

Schutz während der Entsorgung

Im Zuge der Brandschutz-Sanierungsarbeiten im Rathaus würden die Deckenplatten nach den bisherigen Planungen allerdings in der Zukunft mehrere Male bewegt. So müssten sie bis zu dreimal geöffnet werden: für die Installation der Brandmeldeanlagen, später für eine neue Elektrik und letztmals zum Anbringen einer neuen Beleuchtung. Als Konsequenz werden die Platten im Zuge der Sanierungsarbeiten unter Schutzbedingungen für die Mitarbeiter und die Rathaus-Besucher ausgebaut und entsorgt. Als Zeitpunkt ist derzeit Ende kommenden Jahres im Gespräch.

Betroffen ist praktisch das gesamte Neue Rathaus, wie Gerhard Biehmelt als Leiter des städtischen Gebäudemanagements zur PZ sagte. Es handle sich um eine Fläche von rund 5500 Quadratmetern. Die Kosten für die Entsorgung veranschlagte Biehmelt auf ganz grob 250 000 Euro zusätzlich. „Es könnten auch mehr werden“, sagte er. Die Entfernung der Platten sei allerdings vergleichsweise unkompliziert, weil es nur um abgehängte Decken handle.

Keine Fasern gemessen

Mittlerweile wurden Raumluftmessungen in einigen Räumen durchgeführt. Das Ergebnis ist beruhigend: Es wurden keine Fasern in der Luft gemessen. „Das bestätigt unsere erste Einschätzung, dass von den Deckenplatten im Moment keine Gefährdung für die Gesundheit ausgeht“, so Rüdiger Weinbrecht.


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