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Verschiedene Positionen zur Bürgermeistersuche: der SPD-Kreisvorsitzende Frederic Striegler (links) und FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke . Foto: PZ-Archiv
Verschiedene Positionen zur Bürgermeistersuche: der SPD-Kreisvorsitzende Frederic Striegler (links) und FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke . Foto: PZ-Archiv
05.11.2017

Kreisverband des VdK feiert 70-jähriges Bestehen

Pforzheim-Würm. Mit mehr als 1,8 Millionen Mitgliedern ist der VdK Deutschland der heute bundesweit größte Sozialverband – und damit eine bedeutende und moderne Organisation, die bei der Politik das ihrer Größe angemessene Gehör findet. Der VdK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis entstand bereits im Sommer 1947 in Eutingen – sein 70-jähriges Bestehen wurde am Samstag in der bestens besuchten Würmtalhalle mit einem Fest begangen.

Die Begrüßung der Gäste lag bei der langjährigen Kreisverbandsvorsitzenden Ingrid Benda. Schwerbehindertenobmann Martin Schöneck geleitete die Gäste durch eine Totenehrung, bevor Rüdiger Nestler, Ortsvorsteher von Würm, und Bernhard Gschwender, der Bezirksverbandsgeschäftsführer des VdK Nordbaden, ihre Grußworte sprachen.

70 Jahre Anwalt der Betroffenen

Ursprünglich von Körperversehrten und Kriegshinterbliebenen gegründet, war der Verband anfangs ausschließlich den Interessen der Kriegsopfer verpflichtet. Stets getragen von einer Vielzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter in den Ortsverbänden, hat er sich im Lauf seines Bestehens aber immer mehr Bereichen der sozialen Sicherung angenommen. So kümmert er sich heute in seinen Beratungsstellen auch um die Rechte und Belange von Rentnern, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken und all derer, die der Unterstützung bei der Wahrnehmung ihrer sozialrechtlichen Ansprüche bedürfen. In Pforzheim und in der Region macht sich der VdK zudem für eine barrierefreie Gesellschaft stark.

Kernstück des Jubiläumsfests war eine von Werner Raab (VdK Nordbaden) moderierte Gesprächsrunde mit prominent besetztem Podium. Teilnehmer waren Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann, Teresa Neuhaus (Caritas), Bernhard Gschwender (VdK), Frederic Striegler (SPD-Kreisvorsitzender) und der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Hans-Ulrich Rülke.

Ehrenamt und Verantwortung

In der Gesprächsrunde unterstrich Neuhaus die Bedeutung des Ehrenamts im Allgemeinen und die der Vesperkirche im Besonderen. Striegler erklärte: „Eine gerechte Rente hat etwas mit Würde zu tun.“ Raab sagte mit Blick auf die öffentlichen Verwaltungen: „Wir stellen zu wenig Behinderte ein“, und Seemann pflichtete ihm bei: „Man sollte sich nicht freikaufen können.“ Den Blick gezielt auf Pforzheim richtete Rülke: „Das Geld fehlt nicht, es wird falsch investiert.“ Als Beispiele nannte er die Projekte ZOB und „Innenstadt-Ost“. Den Vorschlag zur Bewerbung Pforzheims als Kulturhauptstadt Europas bezeichnete er als „Schnapsidee“. Seemann merkte weiter an, Pforzheim stehe zwar mit seinen Einkommensmillionären ganz weit vorne, die Frage sei aber, wo die denn soziale Verantwortung übernähmen.

Nach der Gesprächsrunde wurde Ernst Renner für seine 20-jährige ehrenamtliche Mitarbeit im VdK mit goldener Verdienstnadel und Urkunde geehrt. Für die musikalischen Momente der Veranstaltung sorgte Erwin Haller mit vier Kurzauftritten und einem Repertoire, das von Freddy Quinn über Peter Alexander bis zu Chris Roberts reichte.