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24.02.2011

Kriminalstatistik der Polizei: Pforzheim ist relativ sicher

PFORZHEIM/ENZKREIS. Die Stadt Pforzheim ist die zweitsicherste Großstadt in Baden-Württemberg und der Enzkreis der sicherste Kreis im Land. Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik wurde am Donnerstag in Pforzheim der seit einer Woche bekannte Sachverhalt mit Daten unterfüttert. Selbst die Gewaltkriminalität ist im Durchschnitt gesunken - sehr deutlich im Enzkreis, während sie im Pforzheimer Stadtgebiet leicht angestiegen ist.

Leicht gestiegen ist in der Stadt Pforzheim die Gewaltkriminalität (plus 2,4 Prozent); im Enzkreis ging sie jedoch massiv zurück, so dass im Schnitt im Bereich der Polizeidirektion (PD) die Zahl dieser Straftaten um knapp drei Prozent sank. Die Gesamtzahl von 469 Gewaltdelikten liege, so Polizeichef Burkhard Metzger „deutlich unter dem Fünfjahres-Mittelwert“.

Die wichtigsten Fakten sind: Gesunken ist die Zahl der Ladendiebstähle (mutmaßlich, weil die Geschäfte weniger Detektive beschäftigen), die Zahl der Drogenfunde (weil weniger Beamte zur Verfügung standen und durch ein Großverfahren monatelang gebunden waren), die Zahl der Schwarzfahrten (durch die Einlasskontrolle „vorne rein – hinten raus“) und die Zahl der Wohnungseinbrüche. Auch wenn die Zahl der Einbrüche zur Zeit hoch scheint: Im Vorjahr waren es wesentlich mehr.

Abgenommen hat auch die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen. Es sind so wenig wie seit fünf Jahren nicht. Gestiegen sind die Zahlen der Autoaufbrüche, der Einbrüche in Firmen und der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Dass die Zahl der Vermögensdelikte anstieg, hängt in erster Linie mit einem mutmaßlich kriminellen ehemaligen Gerichtsvollzieher zusammen. Er kommt laut Staatsanwaltschaft für rund 100 Taten der Untreue in Frage. Am Mittwoch beginnt sein Prozess.

Die Aufklärungsquote liegt über der des Regierungsbezirks und des Landesschnitts. Die größten Sprünge hin zu mehr statistischer Sicherheit machten die Ballungszentren Pforzheim und Mühlacker sowie die Gemeinden Knittlingen, Straubenhardt und Neuhausen.

Die spektakulärsten Fälle waren die Explosion im Holzbachtal (ein Mann jagte sein Auto und das Haus, in dem er wohnte, in Selbstmordabsicht in die Luft), Raubüberfälle auf Banken und Spielhallen (der Täter bekam sechseinhalb Jahre) und die Massenschlägerei zwischen „Hells Angels“ und „United Tribuns“ inklusive zweier versuchter Tötungsdelikte beim Güterbahnhof sowie ein Totschlag an der Durlacher Straße 6. Die Zahl der erfassten politisch motivierten Straftaten halbierte sich.

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