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06.10.2016

Kritik an Bahn wegen Kostensteigerung

Pforzheim. Der Finanzausschuss hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Mehrkosten für die Sanierung des Bahnhofs zu tragen. Stadtrat Claus Spohn enthielt sich hingegen für die Fraktion WiP/Linke und Elternliste, Bernd Grimmer stimmte für die AfD dagegen und begründete: Zwar sei der Bahnhof ein Aushängeschild, sein Zustand „schlicht ein Skandal“.

Doch hier saniere eine Privatfirma ihr Gebäude. „Wo kommen wir da hin, wenn wir uns beteiligen?“

Wie berichtet, geht es um eine Kostenerhöhung um 120 000 Euro auf einen städtischen Gesamtzuschuss von 1,72 Millionen Euro. Allerdings übten Stadträte deutliche Kritik am Vorgehen des Staatsunternehmens, dem Oberbürgermeister Gert Hager vorwarf, nicht gut genug geplant zu haben, aber betonte: „Wenn wir nicht zustimmen, kann die Baumaßnahmen theoretisch eingestellt werden. Das ist das Dilemma.“ Auch für Florentin Goldmann (CDU) scheint eine Zustimmung unausweichlich: „Wir können im Prinzip nicht dagegen sein, aber ärgerlich ist es schon“, so der Fraktionsvorsitzende, der in der Erhöhung einen „netten Versuch der Bahn, uns hier am Nasenring durch die Manege zu ziehen“ sieht. „Man weiß genau, was in Bahnhöfen im Boden ist. Damit muss man rechnen.“

Axel Baumbusch (Grüne Liste) teilte die Ansicht Norbert Bernhards, Leiter des Grünflächen- und Tiefbauamts, dass bei der Kampfmittelbeseitigung Mehrkosten nicht auszuschließen seien, wunderte sich aber über die zweite Begründung für die Mehrkosten der Bahn: kontaminierten Boden. „Wer weiß, wie die Deutsche Bahn Pestizide an Bahngleisen ausbringt, muss sich nicht wundern, dass der Boden belastet ist.“ Er kritisierte zudem Probleme bei der Abdichtung der Unterführungen. Goldmann sprach die Bahnsteinlänge an, die gekürzt werde. „Da scheint jemand nicht ganz aufgepasst zu haben.“ In westlicher Richtung etwa hörten die Bahnsteige vor der eigentlichen Unterführung auf. „Hat sich das jemand angeschaut?“ Bernhard kündigte an, bei der Bahn nachzuhaken. Diese Fragen sollen im Bau- und Liegenschaftsausschuss besprochen werden, so Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler.