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In der Friedenstraße vor dem verhängten Schild an der Haltestelle Dijonstraße zeigen Andrea Müller, Iris Stiefel, Ute Kauderer, Eva Stegmaier, Gertrud Elsässer, Suse Naumann, Regina Hayler, Jürgen Kuhnle und Karl Hayler (von links), dass sie hier trotz Ersatzverkehrs auf verlorenem Posten stehen. Das soll sich rasch ändern. Foto: Seibel
In der Friedenstraße vor dem verhängten Schild an der Haltestelle Dijonstraße zeigen Andrea Müller, Iris Stiefel, Ute Kauderer, Eva Stegmaier, Gertrud Elsässer, Suse Naumann, Regina Hayler, Jürgen Kuhnle und Karl Hayler (von links), dass sie hier trotz Ersatzverkehrs auf verlorenem Posten stehen. Das soll sich rasch ändern. Foto: Seibel
„Pforzheim fährt Bus – wir sollen laufen“, steht auf der Unterschriftenliste für den Fortbestand der Linie 7. Foto: Seibel
„Pforzheim fährt Bus – wir sollen laufen“, steht auf der Unterschriftenliste für den Fortbestand der Linie 7. Foto: Seibel
18.07.2016

Kritik an Ersatzverkehr: Teile des Rodgebiets abgehängt

Pforzheim. Das sind sehr gute Nachrichten!“, schreibt OB Gert Hager in der Broschüre zum neuen Bus-Ersatzverkehr. Fahrgäste wie Suse Naumann sehen das anders. Sie waren perplex, als sie die verhängten Haltestellenschilder entlang der Friedenstraße sahen. Abgehängt sind die Bewohner dieses Teils des Rodgebiets vom Busnetz.

Per Aushang empfiehlt der Stadtverkehr Pforzheim (SVP), den Halt der Ersatzlinie 202 am Wasserturm oder der 203 an der Kallhardtstraße zu nutzen. Viel zu weit weg, vor allem für betagtere Bürger, urteilen die Anwohner. Eine Unterschriftenliste untermauert ihren Unmut. Auf PZ-Nachfrage gibt es vom SVP Signale, dass dieser Ausnahmezustand rasch enden soll.

„So viele ältere Leute“ lebten im südlichen Bereich des Rodrückens, betont Naumann. Für diese sei es unmöglich, den Weg hinauf zum Wasserturm oder hinunter zur Kallhardtstraße zu bewältigen. Etliche seien auf Gehhilfen angewiesen und nun vom sozialen Leben abgeschnitten. Dass viele Rodbewohner entnervt vom Bus aufs Auto umgestiegen seien, sorge für einen verstärkten Individualverkehr im Wohngebiet. Naumann selbst hat ihre Jahreskarte zurückgegeben und setzt bis auf Weiteres aufs Fahrrad.

Annette Stegmaier macht indes im Wortsinn Druck. Sie hat am PC Unterschriftenlisten ausgedruckt, die sie nun in der Nachbarschaft verteilt. „Pforzheim fährt Bus – wir sollen laufen“, steht auf dem Flugblatt: „Ein ganzes Wohngebiet ohne Busanbindung!“

Es ist nicht die einzige Kritik, die nach dem Ausbau des Ersatzverkehrs laut wird. So sehen Anwohner des Pforzheimer Westens durch den Wegfall der Linie 9 den Stadtteil Maihälden abgehängt – dort lebten viele Senioren und Menschen mit Behinderung. Nico Langemeyer versucht, die Wogen zu glätten. „Das ist ein Ersatzverkehr, der lebt“, sagt der SVP-Geschäftsführer. Sprich: Das Angebot soll weiter optimiert werden. Eben dies ist fürs südliche Rodgebiet geplant. Spätestens in der kommenden Woche werde es eine Lösung geben. Die vom Heim am Hachel zum Sedanplatz verkehrende SVP-Linie 208 wird laut Langemeyer dann durch die Südweststadt kurven und über die Hohlstraße die Schwarzwaldstraße die Friedenstraße und in der Folge die Vogesenallee bedienen. Weil dieser Bus nicht mehr Richtung Rembrandtstraße, sondern über Grünewald- zur Dieselstraße fährt, handelt es sich quasi um einen Mix der Linien 7 und 8.

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