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Hartmut Wagner. Foto: Bechtle
Hartmut Wagner. Foto: Bechtle
24.11.2016

Kürzung bei Kindern und Familien weniger dramatisch

Die Mitglieder der gemeinderätlichen Fachausschüsse setzen auf die Haushaltsberatungen im Dezember: Erst dann soll über die hohen Einsparungen bei der SJR Betriebs GmbH, den Familienzentren und beim Bürgerhauses Buckenberg-Haidach samt Folgen entschieden werden. Denn es gibt Hoffnung, dass die Zäsur milder ausfallen könnte als befürchtet. Bürgermeisterin Monika Müller erklärte am Donnerstag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, dass sie mit drei zusätzlichen Geldquellen vom Bund und vom Land rechne, die bis 2018 etwa drei Millionen Euro zusätzlich ausmachen könnten. Daraufhin stellten CDU-Stadträtin Anneliese Graf und SPD-Stadträtin Jacqueline Roos Anträge auf Vertagung der drei Entscheidungen.

Lediglich über den Wunsch der Verwaltung, für das erste Halbjahr eine vorläufige Leistungsvereinbarung auf den Weg zu bringen und eine Arbeitsgruppe mit der Ermittlung des Bedarfs an Jugendangeboten zu beauftragen, stimmte der Jugendhilfeausschuss positiv ab.

Am Beispiel der SJR Betriebs GmbH zeigt sich das Träger-Dilemma: Sie soll für die Jahre 2017 und 2018 je 1,9 Millionen Euro als Zuschuss erhalten, muss aber über 200.000 Euro einsparen. Gleichzeitig will die Stadtverwaltung keinen der Jugendräume aufgeben. Geschäftsführer Hartmut Wagner hatte in einem Konzept vorgeschlagen, neben den reduzierten Öffnungszeiten die Jugendtreffs Maihälden und das Neo in der Oststadt zu schließen. Gabi Silberborth, Leiterin des Familienzentrums Ost, sprach sich in der Sitzung vehement dagegen aus.

Positiv nahmen die Fraktionen auf, dass der Mietkostenzuschuss für die Freizeitstätte Lindelbrunn in Höhe von 18.800 Euro pro Jahr nach dem Willen der Stadt und mit Zustimmung des Jugendhilfeausschusses künftig nicht mehr an die SJR Betriebs GmbH, sondern an den Verein Stadtjugendring als künftigen Träger gezahlt werden.

Kindersegen bis 2025

Die Jugendtreffs werden künftig dringend gebraucht: Das machte die von der Stadt vorgelegte Bevölkerungsprognose deutlich. Sie sieht einen Zuwachs von etwa 900 Menschen pro Jahr vor. Bürgermeisterin Müller braucht mindestens drei neue Kitas. Insgesamt muss sie bis 2025 etwa 830 Kinder unter sechs Jahren versorgen.