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Trotz Regens kamen etliche Besucher zum "Brötzinger Samstag". © Seibel
25.09.2010

Kultur und Spaß trotz Regen beim "Brötzinger Samstag"

PFORZHEIM. Die Kreativität bekommt Flügel, Musik liegt in der Luft, auch wenn es regnet: Ein ganzer Stadtteil präsentiert seine Künstler und Kulturangebote. Das unterscheidet den Brötzinger Samstag von anderen Straßenfesten.

Bildergalerie: Trotz Regen viel Spaß beim "Brötzinger Samstag" - Teil 2

Bildergalerie: Trotz Regen viel Spaß beim "Brötzinger Samstag"

Kastanienhof, Martinskirche, Stadtmuseum – über diesen historischen Orten liegt ein Zauber: hier scheint eine Zeitreise in die Vergangenheit möglich. Manches wirkt magisch – fast so, als ob gerade der berühmte Carl-Benz-Wagen um die Ecke kommt und der Geist von Bertha Benz den Menschen Mut macht, etwas Außergewöhnliches zu tun. Wie sie einst selbst, als sie die weltweit erste Fernfahrt einer Frau in einem Automobil von Mannheim nach Pforzheim wagte. Wegen des Regenwetters ist der Wagen allerdings in seiner Garage geblieben.

Ein völlig neues Hörgefühl hat es in der Martinskirche gegeben: Wegen des nasskalten Wetters kündet unter dem trockenen Dach der Kirche der Feuerwehr-Spielmannszug mit Pauken und Trompeten die Festeröffnung musikalisch an. Fritz Sinzenich, Vorsitzender des Westsdtadt-Bürgervereins, freut sich über die gute Zusammenarbeit im Stadtteil, wenn er sich auch wünscht, dass sich neben dem „Club de Amigos“ auch noch weitere internationale Vereine am „Brötzinger Samstag“ beteiligen. So viele Hände packen mit an, geben ihr Bestes, unterhalten die Menschen. Da wird eine Freudenträne im Augenwinkel sichtbar. Seit 1976 sei der Kultur-Samstag eine feste Größe in Brötzingen. Darüber freut sich auch Erster Bürgermeister Roger Heidt. Er nennt den „Brötzinger Samstag“ ein tolles Beispiel bürgerschaftlichen Engagements.

Der Gesang des Rebstock-Quartetts ist Balsam fürs Ohr an einem zauberhaften Ort. Die Brötzinger Singgemeinschaft und der Männergesangverein Arlinger präsentieren volkstümliches Liedgut. Im Schulhaus sind die Werkstätten geöffnet: Goldschmied, Uhrmacher und Drucker zeigen, was alte Handwerkskunst ist. Eine Ausstellung erinnert an „Die alte Synagoge“.

Ob im „Domicile“ Jazz und Kamermusik erklingt, die Galerie „Brötzinger Art“ eine Ausstellung des Streetartkünstlers „Evol“ zeigt, im „Haus der Landsmannschaften textile Volkskunst“ präsentiert wird oder die „Rockröhren“ im Figurtentheater Raphael Mürle für Stimmung sorgen – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mit mehr als 40 Teilnehmern und über 50 Aktivitäten und Aufführungen gibt es alles, was ein künstlerisches Herz erfreut: Musik, Literatur, Tanz, Ausstellungen, Führungen, sportliche und handwerkliche Darbietungen. Von Klassik und Rock über Folklore und Kirchenmusik bis hin zu Jazz und Chorgesang reicht das breite musikalische Spektrum. Mit im Boot sind auch die Brötzinger Geschäftsleute als Sponsoren und Anbieter zusätzlicher Attraktionen vom „Kinder lesen für Kinder“ (Buchhandlung am Markt) bis zum Socken stricken und zur Ausstellung „Modeschmuck“.

Auch wenn es regnet und sich keine riesige Menschenmenge durch die Straßen des Stasdtteils schlängelt , so zaubert der „Brötzinger Samstag“ Sonne in die Herzen der Besucher, was vor allem an den fröhlichen Kindergesichtern abzulesen ist, für die eine Vielzahl an Spielen, Mitmachaktionen und Kreativangeboten vorhanden ist. Sie dürfen „Micki, die Kirchenmaus“ in der Christuskirche suchen, am Luftballon-Wettbewerb der Sparkasse Brötzingen teilnehmen, Steindenkmale aus Ytong herstellen. So wird ein Kulturfest zum Familien-Spaß in einem Stadtteil, in dem an diesem Tag alles zu swingen scheint: Im guten Miteinander von Bürgern und Besuchern, Kultur-Veranstaltern und Geschäftsleuten. Und eines ist so sicher wie das „Amen“ in der Kirche: Der nächste „Brötzinger Samstag“ kommt bestimmt, und für das nächste Jahr wird die Sonne mitgebucht.