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Brücken schlagen wollte die Hochschule Pforzheim mit einem ihrer Projekte zur Kulturhauptstadt. Nun bleibt es bei der Frage nach dem Wir-Gefühl. Foto: PZ-Archiv/Meyer
Brücken schlagen wollte die Hochschule Pforzheim mit einem ihrer Projekte zur Kulturhauptstadt. Nun bleibt es bei der Frage nach dem Wir-Gefühl. Foto: PZ-Archiv/Meyer
10.10.2018

Kulturhauptstadt-Absage hat Folgen – für Stadt und Hochschule

Pforzheim. Die Entscheidung ist gefallen, eine Bewerbung Pforzheims als Kulturhauptstadt vom Tisch. Während es aus der Bevölkerung auch Zuspruch gibt, sitzt der Frust bei all jenen tief, die in dem Vorhaben eine Chance sehen.

Unternehmer Andreas Ruf ist enttäuscht: „Das Vorgehen der Verwaltung insgesamt und die nicht mit uns abgestimmte Abstimmung im Gemeinderat zur Unzeit sind ein Schlag ins Gesicht“, schreibt er an seine Mitstreiter. So blieben letztlich viele Ideen ungenutzt. Einer, der sich mit seinen Ideen eingebracht hatte, ist Wolfgang Scheidtweiler. Für den „Brauhaus“-Chef kam die Abstimmung zum falschen Zeitpunkt. Das Ganze im Vorfeld einer möglichen Präsentation in Berlin abzulehnen, sei unklug.

Oberbürgermeister Peter Boch hält den Zeitpunkt indes für den richtigen: „Es wäre sicher nicht darstellbar gewesen, für eine Bewerberpräsentation nach Berlin zu fahren und Informationsveranstaltungen mit den Landkreisen abzuhalten, ohne eine breite politische Mehrheit im Rücken.“ Nun hoffe er auf eine Zusammenarbeit mit der Sponsorengruppe bei künftigen Projekten.

Für Professor Michael Throm, Dekan der Fakultät für Gestaltung ist die Abstimmung ein Statement der Angst. „Es war eine der letzten Chancen für eine echte Kehrtwende Pforzheims“ – hin zu einer positiven Außendarstellung. Viele der Hochschulprojekte müssen nun umgemünzt werden.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Testy
10.10.2018
Kulturhauptstadt-Absage hat Folgen – für Stadt und Hochschule

Die Ziele waren unrealistisch. In Pforzheim hört man mehr ausländische Sprachen (kein Englisch...) als Deutsch. Nach der Statistik der Stadt ziehen jährlich ca. 1000 Deutsche ohne Migrationshintergrund wege und etwas 1000 Ausländer oder Leute mit Migrationshintergrund kommen dazu. Ein Wir-Gefühl verspüre ich in Pforzheim nicht. Laufen sie abends durch die Innenstadt, ich fühle mich als Deutsch dort als Ausländer. Die ganzen Sprachen spreche ich nicht und wenn man kein einziges deutsches Wort ...... mehr...

Meiricher
11.10.2018
Kulturhauptstadt-Absage hat Folgen – für Stadt und Hochschule

Hervorragend und treffend ausgedrückt.. Über Snowden kann man geteilter Meinung sein.... mehr...

pforzheimer007
11.10.2018
Kulturhauptstadt-Absage hat Folgen – für Stadt und Hochschule

wirklich sehr treffend beschrieben...ich lebe eigentlich gerne in pforzheim....es gibt schöne ecken..kurze wege...die infrastruktur ist gut....stuttgart nicht weit...flughafen....karlsruhe um die ecke....  genau diesen eindruck habe ich -abseits der schönen ecken- und dazu gehört nunmal auch die fußgängerzone...macht es wenig laune...bei dem was da so rum- und abhängt....und das spiegelt sich ja letztlich auch wieder in der finanzsituation der stadt....faktisch haben wir ja nicht ...... mehr...

PK-Abonnent
11.10.2018
Kulturhauptstadt-Absage hat Folgen – für Stadt und Hochschule

Tja, damit haben die ersten drei Kommentare ja die Aussage von Prof. Throm eindrucksvoll bestätigt, dass es sich um "ein Statement der Angst" handelt, der Angst vor Leuten, die weder Deutsch noch Englisch sprechen. mehr...