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31.08.2009

Kulturrat plädiert für Erhalt der Fassade der BW-Bank

PFORZHEIM. Der Pforzheimer Kulturrat möchte die 50er-Jahre-Fassade der BW-Bank an der Bahnhofstraße erhalten wissen. Er setzt sich in einem Schreiben an Oberbürgermeister Gert Hager dafür ein. Die Bank hat an dieser Stelle einen Neubau geplant.

Zwar habe man keine Handhabe gegenüber dem Eigentümer, doch sieht der Kulturrat eine gewisse Verantwortung gegenüber diesem Baudenkmal. Die Otto-Bartning-Arbeitsgemeinschaft soll in einem Schreiben auf die Einmaligkeit der vom Architekten Otto Bartning gestalteten Fassade hingewiesen haben. Dieses einzigartige Beispiel seiner Architektur sollte erhalten werden, meint der Kulturrat. „Vielleicht könnte sich die Bank ja entschließen, den Schutz dieser Fassade als kulturfördernde Leistung ihrerseits für sich und ihren guten Ruf zu verbuchen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Pforzheim hätte die Chance, sich durch den Erhalt der Fassade als Stadt der 50er-Jahre "neu verstehen zu lernen“, so der Kulturrat. Laut dem vom Gemeinderat der Stadt beschlossenen Kulturentwicklungsplan braucht „Pforzheim einen bewussten Umgang mit seiner Geschichte“ und, so sieht es der Kulturrat, damit werde auch der Rang betont, der der städtebaulichen Komponente dabei zukomme. „Wie aber sollen die Menschen hier Verständnis für die städtebauliche Qualität der Architektur der Nachkriegszeit aufbringen, wenn gleichzeitig der Abriss eines markanten Gebäudes just dieser Epoche beschlossene Sache zu sein scheint“, teilt der Kulturrat mit.

Und: Eine Innenstadt, die zunehmend veröde, gehöre sicherlich nicht zu den anziehenden Angeboten, die Pforzheim zu machen habe. „Der Abriss der konkav gewölbten Fassade Otto Bartnings würde zu solch einer Verödung beitragen.“