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Unter Anleitung von Künstler Sebastian Bauer (rechts) gestaltet ein Klient des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege mit Geschäftsführer Markus Rapp (links) eine Leinwand mit der Spraydose.  Foto: Seibel
Unter Anleitung von Künstler Sebastian Bauer (rechts) gestaltet ein Klient des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege mit Geschäftsführer Markus Rapp (links) eine Leinwand mit der Spraydose. Foto: Seibel
17.12.2015

Kunstprojekt wird in Heimsheim weitergeführt

Für gewöhnlich findet das Projekt „Streetart hinter Mauern“ in der Jugendstrafanstalt Pforzheim statt. Am Donnerstag gestalteten Straffällige in den Räumen des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege mit Schablone und Spraydose 180 Grußkarten zum Jahreswechsel. Anleitung gab Sebastian Bauer vom Label „Farbfehler“.

„Die Teilnehmer entwickeln zunächst ein Gefühl für die Spraydose“, so der Pforzheimer Streetart-Künstler. Anschließend gehe es dann an die Gestaltung von Leinwand, T-Shirts und Taschen. „Mit den Karten zeigen wir unseren Kooperationspartnern, dass die Jungs echt was drauf haben“, so Markus Rapp, Geschäftsführer des Bezirksvereins. „Das macht richtig Spaß“, so ein Teilnehmer. „Ich habe mir das viel schwieriger vorgestellt“, ergänzt ein anderer.

Wenn die JVA im kommenden Frühjahr zum Abschiebegefängnis umgenutzt wird, wird das Kunstprojekt in Heimsheim weitergeführt. „Es ist schade, dass solche Aktionen hier künftig wegfallen“, bedauert Rapp. Vom Umzug der Häftlinge nach Adelsheim sei der Verein aber glücklicherweise nicht direkt betroffen. „Die JVA ist nur ein Bereich von vielen“, so der Geschäftsführer. Die Beratungsstelle für Straffällige, die Wohnungen für Entlassene sowie Gewaltprävention und Anti-Aggressions-Training blieben auch künftig bestehen. Auch Stellen für das Ableisten von auferlegten Arbeitsstunden in gemeinnützigen Einrichtungen wird der Verein nach wie vor vermitteln.