nach oben
Giulia Montini ist neuer Teil des Vorstands der Aids-Hilfe.  späth
Giulia Montini ist neuer Teil des Vorstands der Aids-Hilfe. späth
22.11.2015

Kupferdächle: Party soll Ängste und Vorurteile zu Aids abbauen

Pforzheim. Als Pendant zum offiziellen Teil des Jubiläums der Aids-Hilfe Pforzheim wurde am Freitag im Kupferdächle ausgelassen gefeiert und getanzt. Im Foyer konnten Bilder von Aktionen und Kampagnen des Vereins der letzten 30 Jahre bestaunt werden. Georg Jonczyk, Leiter der Beratungsstelle, hofft, „dass durch die Einbindung der Öffentlichkeit in die Feier Ängste abgebaut und die Menschen lockerer werden.“

In den vergangenen 30 Jahren habe sich vor allem in Hinblick auf die Behandlungsmöglichkeiten vieles verbessert, die Überlebenschancen und die Lebenserwartung seien trotz Virusinfektion relativ hoch. Da es sich jedoch um eine Infektionskrankheit handle, müssten Menschen, die sich zu ihrer Krankheit bekennen, teilweise immer noch mit Ausgrenzung rechnen. Dem wolle die Aids-Hilfe durch Information und öffentliche Kulturveranstaltungen wie der Jubiläums-Party entgegenwirken.

Die Live-Band „Dust Bowl Circle“ aus Karlsruhe brachte das Kupferdächle mit der Country-Musikrichtung „Bluegrass“ zum Beben. Anschließend heizte DJ Tom Sun mit Hits aus den vergangenen 30 Jahren die Stimmung weiter auf und brachte die Menschen zum Tanzen. Doppelten Grund zur Freude hatte Giulia Montini, die just an diesem Tag als Nachfolgerin von Petra Gross in den Vorstand des Vereins gewählt wurde.

Sie möchte neuen Wind in die Beratungsstelle bringen und ist vor allem von der klientennahen Betreuung der Aids-Hilfe begeistert. „Ein Outing kann traurigerweise immer noch zu einer Stigmatisierung oder gar Isolation der Betroffenen führen, gerade deshalb ist die Arbeit der Aids-Hilfe so wichtig und muss weiter gefördert werden“, sagte Montini. Die Party biete einen schönen Rahmen, um das Thema Aids in der Gesellschaft weiter zu enttabuisieren.

Ab dem 1. Dezember findet im Foyer des Landratsamtes die Vernissage Portraitausstellung „positiv/negativ“ des Künstlers Janusz Czech statt, bei der der Betrachter dazu angeregt wird, seine eigenen Klischees und Vorurteile zu überdenken. kim