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Gegen das verbrecherische Morden der radikalislamistischen IS-Terroristen haben je nach Schätzungen von Polizei und Demonstranten zwischen 1400 und 2500 Kurden und Yeziden in Pforzheim protestiert. Mit dabei waren auch Solidarität zeigende Vertreter von christlichen und jüdischen Gemeinden. © Thomas Meyer
Gegen das verbrecherische Morden der radikalislamistischen IS-Terroristen haben je nach Schätzungen von Polizei und Demonstranten zwischen 1400 und 2500 Kurden und Yeziden in Pforzheim protestiert. Mit dabei waren auch Solidarität zeigende Vertreter von christlichen und jüdischen Gemeinden. © Thomas Meyer
09.08.2014

Kurden, Yeziden, Muslime protestieren gegen Völkermord der IS-Terroristen

Pforzheim. Die radikalislamistischen IS-Killertruppen ziehen eine blutige Spur durch den ganzen Irak. Im Nordirak sitzen 40.000 Yeziden auf der Flucht vor den blindwütig mordenden Islamisten in der Falle. Dort leben auch Kurden, die ebenfalls die IS-Terroristen fürchten müssen. Um auf den grausamen Völkermord hinzuweisen, hat der Kurdische Elternverein mit Beteiligung zahlreicher Yeziden am Samstag eine große Demonstration durch die Pforzheimer Innenstadt organisiert.

Bildergalerie: Kurden und Yeziden: Demo gegen IS-Terror

Rund 1200 bis 1400 Teilnehmer sollen es nach Auskunft von Polizei-Einsatzleiter Uwe Fuchs gewesen sein. Von Veranstalterseite wurden 2500 Teilnehmer gezählt. Auf einem Rundweg vom Marktplatz aus, der anschließend eine Kundgebung erlebte, hatten Kurden, Yeziden und Muslime, darunter waren auch etliche, Solidarität beweisende Vertreter christlicher und jüdischer Gemeinden, friedlich auf das Schicksal der irakischen Bürger hingewiesen. Kleinere Streitigkeiten, resultierend aus einer hoch emotionalen Stimmung heraus, hatten die Anti-Konflikt-Teams der Polizei schnell beruhigt. Fuchs konnte mit dem Verlauf der Demonstration, die anscheinend nicht von außen gestört wurde, zufrieden sein.

Zeitweise kam der Verkehr auf der Zerrennerstraße der Menschenmenge wegen zum Erliegen. Eine beeindruckend große Frauengruppe hatte mit Kinderwagen und ihrem Nachwuchs bei einem Sit-in auf der Leopoldstraße unter anderem auf die hohe Todesrate bei zur Flucht gezwungenen Kindern, viele davon sind Waisen, hingewiesen. Die radikalislamischen IS-Mörder scheinen auch bewusst Frauen zu vergewaltigen, um ihre Schreckensherrschaft durch Terrormaßnahmen zu zementieren.

Es sind grausame Bilder, die in diesen Tagen aus dem Irak kommen. Auf einem Berg im Norden des Landes harren Zehntausende Menschen bei über 40 Grad Celsius tagelang aus. Sie warten auf Hilfe. Es mangelt an allem: Dutzende sollen bereits verdurstet sein, insbesondere Kinder und Ältere. Die Flüchtlinge gehören den kurdischen Yeziden an und sind nach Ansicht der verbrecherischen islamischen Extremisten, die das Gebirge eingekesselt haben, „Teufelsanbeter“, die sterben müssen.

Noch haben die US-Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten die Gefahr nicht gebannt. Peschmerga-Soldaten haben inzwischen, etwa 10.000 Yeziden aus dem Sindschar-Gebirge in Sicherheit gebracht. US-Flugzeuge warfen derweil Hilfsgüter ab. Allerdings sitzen neben den Zehntausenden Menschen auf dem Berg in den umliegenden Ortschaften noch 200.000 Yeziden fest. Auch sie warten darauf, dass Soldaten sie endlich aus der Belagerung durch die radikalen Islamisten befreien. 

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