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Zu den betroffenen Adressen, an denen insgesamt rund 34.000 Anwohner gutachterlich errechnet einem zu hohen Lärmpegel ausgesetzt sind, gehören auch größere und Durchgangsstraßen.  Foto: Adobe Stock 

Lärmbelastung: Auf diesen Straßen in Pforzheim soll wohl Tempo 30 kommen

Pforzheim. Der Planungsausschuss des Gemeinderats hat am Mittwoch einen weitreichenden Beschluss gefasst: den Entwurf des aktualisierten Lärmaktionsplans zu genehmigen und noch einmal Bürgern, Behörden und Organisationen die Möglichkeit zu Stellungnahmen zu geben.

Dem neuen Gemeinderat ist es dann vorbehalten, das Papier noch vor dem Jahresende endgültig zu beschließen. Es sieht als Reaktion auf gesundheitsgefährdende Verkehrslärmbelästigungen an zahlreichen Straßen in Pforzheim eine Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 vor.

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Zu den betroffenen Adressen, an denen insgesamt rund 34.000 Anwohner gutachterlich errechnet einem zu hohen Lärmpegel ausgesetzt sind, gehören auch größere und Durchgangsstraßen. So etwa die Hohenzollernstraße, die Wilferdinger Straße, Teile des Innenstadtrings (der an einigen Stellen optmimiert werden soll) oder die Zerrennerstraße vor dem Stadttheater, aber auch die Bleichstraße und die Ortsdurchfahrten von Huchenfeld, Büchenbronn und Eutingen. Auch die Hirsauer Straße zählt dazu. Dort würde sich eine unübersichtliche Situation mit Tempo-50-, Tempo-40- und zeitweiligen Tempo-30-Abschnitten vereinheitlichen und somit für den Autofahrer vereinfachen, wie Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler in einem Pressegespräch vor der Sitzung darlegte. Der Gemeinderat könnte dem Lärmaktionsplan die Zustimmung verweigern, jedoch ist nach Verwaltungsgerichtsurteilen davon auszugehen, dass Anwohner die Tempolimits einklagen könnten. Ein Ja des Stadtparlaments im Herbst vorausgesetzt, könnten die Tempo-30-Schilder im ersten Halbjahr 2020 aufgestellt werden. Wobei Schüssler Wert darauf legt, dass es keinen Schilderwald gibt, also möglichst einfache und übersichtliche Regelungen und Ausschilderungen getroffen werden.

Neben Tempo 30 gilt auch das Aufbringen von lärmoptimiertem Asphalt als mögliche Maßnahme. Wie Armin Aydt als zuständiger Abteilungsleiter des Umweltamts erläuterte, bringe dies eine Lärmreduzierung von zwei bis drei Dezibel – an den meisten Strecken nicht genug, um es dabei belassen dürfen. Das trifft bereits jetzt auf die neu asphaltierte Eutinger Hauptstraße zu, die Tempo 30 werden soll. Da die Stadt aus finanziellen Gründen die Straßen nur dort mit diesem Belag versehe, wo ohnehin eine Sanierung anstehe, ist der größte Teil der betroffenen Straßen für Tempo 30 vorgesehen, in seltenen Fällen indes nur nachts.

Die Diskussion im Planungsausschuss war eher allgemeiner Natur – ob etwa die zunehmende E-Mobilität mit weniger Lärm manche Maßnahme wieder überflüssig mache. Dies sei Zukunftsmusik, im Moment gebe es Handlungsbedarf, so Armin Aydt. Die Zustimmung des Gremiums erfogte einstimmig.

Marek Klimanski

Marek Klimanski

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