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Grün überwuchert hätte die Wand entlang der Industriestraße längst sein sollen – und zwar nicht mit Unkraut. Foto: Seibel
Grün überwuchert hätte die Wand entlang der Industriestraße längst sein sollen – und zwar nicht mit Unkraut. Foto: Seibel
20.04.2017

Lärmschutzwand um die Huchenfelder „Binne“ ist noch immer nicht grün

Pforzheim-Huchenfeld. Es ist eine nicht enden wollende Geschichte um Hohn, Spott und Ärgernis, die sich um die Lärmschutzwand am Huchenfelder Baugebiet „Binne“ rankt. Seit deren Errichtung im November 2013 wartet der Stadtteil darauf, dass das braune Monstrum aus Erde, Vlies und Stahlstreben von Efeu und wildem Wein überwuchert wird. Das einzige, worauf die Anwohner jedoch blicken, war und blieb bis heute eine triste, unansehnliche Fläche, 400 Meter lang und drei Meter hoch, auf der alleine Unkraut verlässlich Wurzeln schlägt. Nicht erstaunlich, dass es in der Ortsverwaltung Beschwerden hagelt.

Ortsvorsteher Gunter Raible will nun schnellstmöglich eine Lösung. Schließlich sei Eile geboten, die Wachszeit läuft – mal wieder. Ein Vertrag über die Gestaltung und Pflege der „Binne“-Grünanlagen mit einer Pforzheimer Firma ist mit dem Jahr 2016 ausgelaufen. Fortan muss sich der örtliche Bauhof um deren Pflege kümmern. Die Lärmschutzwand wurde aufgrund ihres Zustands ausgenommen. Ein weiteres Jahr hat die Firma Zeit, den Vertrag zu erfüllen. Diese wiederum hat mit Bepflanzung, Pflege und Bewässerung Subunternehmer betraut.

Falsche Pflanzen, wenig Pflege

Dass die vereinbarte Handhabung zwischen den Unternehmen nicht zum gewünschten Erfolg führt, ist bereits seit Jahren absehbar. „Die falschen Pflanzen und nicht genug Pflege und Bewässerung“, fasst Raible die Probleme zusammen. Immer wieder hatte Huchenfeld den Zustand der Wand angemahnt. „Und es ist nichts passiert“, sagt er verärgert.

Zwischen den beteiligten Unternehmen gebe es Unstimmigkeiten. Unzufriedenheit mit dem Ergebnis auf der einen Seite führe zu ausbleibenden Zahlungen, diese wiederum hätten ausbleibende Leistungen zur Folge. „Das dreht sich im Kreis, und das Thema bleibz liegen.“ Nun will Raible Nägel mit Köpfen machen. Bei einer Begehung mit allen Verantwortlichen soll morgen geklärt werden, wie man des „unbefriedigenden Zustands“ Herr werden kann. Teilnehmen werden eine Gartenarchitektin des Bauherren, der Subunternehmer, der für die Pflege vor Ort zuständig ist sowie Vertreter der Grünflächen- und Tiefbauamts der Stadt.

Erst einmal müsse der Grundzustand wieder hergestellt werden, sagt Raible. Heißt konkret: Das Unkraut muss weg, und die richtigen Pflanzen müssen her. „Und wenn die dann nicht in der Lage sind, das richtig zu machen, dann muss es die Stadt tun, und die Firma bekommt eine Rechnung präsentiert“, stellt der Ortsvorsteher klar. Schließlich gehe die Lärmschutzwand – grün oder nicht – mit Jahresende definitiv in die Pflege der Kommune über. „Das kann man nicht noch mal verschieben“, sagt Raible.

Anwohner sollen selbst gießen

Parallel versucht der Ortsvorsteher, mit den betroffenen Anwohnern einen „Deal“ zu schließen. Angedacht sei, dass man für die Innenseite der Wand zu den Grundstücken hin eine eigene Lösung suche. „Erste Gespräche laufen“, sagt Raible. Über Gestattungsverträge soll erreicht werden, dass die „Binne“-Bewohner die Pflanzen also selbst Wässern und pflegen. Die schriftliche Vereinbarung soll den Anwohnern im Gegenzug durch die Nutzungserlaubnis des Wirtschaftswegs zwischen Wand und Grundstücksgrenze mehr Platz verschaffen. „Das erleichtert uns die Arbeit, und die Menschen hätten eine größere Fläche zur Verfügung“, so Raible.

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