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07.01.2016

Landesregierung will 500 Asylbewerber fit für Arbeitsmarkt machen

Stuttgart/Pforzheim. Mit Hilfe von gut 40 „Kümmerern“ will die Landesregierung in diesem Jahr die Chancen von gut 500 Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. „Bei einem Betreuungsschlüssel von mindestens 1:20 können die Kümmerer rund 750 Flüchtlinge landesweit betreuen“, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) gestern. Ziel sei, bis zum im Herbst startenden Ausbildungsjahr rund 500 Flüchtlinge in eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung zu vermitteln.

Die Landesregierung gibt 3,6 Millionen Euro für das Programm. In den Jahren 2016 und 2017 werden 37,5 neu geschaffene Stellen gefördert. Die „Kümmerer“ sollen junge Flüchtlinge identifizieren, die für eine berufliche Ausbildung geeignet sind, und betreuen diese, indem sie Ausbildungs- und Praktikumsplätze vermitteln. 29 Anträge seien für das Programm eingegangen.

Auch die Region Nordschwarzwald erhält in den Jahren 2016 und 2017 zwei „Kümmerer“. Diese Stellen werden mit rund 193 000 Euro durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft gefördert.

Je eine Stelle ist bei der Industrie- und Handelskammer und beim Internationalen Bund Baden in Pforzheim angesiedelt.

„Berufliche Perspektive“

„Mit Hilfe der ,Kümmerer‘ bekommen junge Flüchtlinge eine berufliche Perspektive“, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. „Das wird erheblich dazu beitragen, dass sie sich bei uns zu Hause fühlen. Denn kaum etwas hilft so sehr bei der Integration wie Ausbildung und Beschäftigung.“ Gleichzeitig würden die „Kümmerer“ die Unternehmen unterstützen, die Flüchtlinge ausbilden, so der Minister. „Flüchtlinge sind künftige Fachkräfte.“

Unterdessen lernen gut 17 000 Flüchtlinge in von der Bundesagentur für Arbeit finanzierten Sprachkursen Deutsch. Die Kurse sind Teil einer einmaligen Notfallhilfe, die Engpässe bei der Sprachförderung überbrücken soll, wie die Regionaldirektion mitteilte. Die Kurse haben im November und Dezember begonnen und dauern 320 Stunden. Gefördert werden Flüchtlinge mit guten Bleibechancen. Bundesweit nehmen 165 000 Flüchtlinge an der einmaligen Aktion teil.

lsw/pm

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