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Feiern den Abschied gemeinsam: Pfarrerin Esther Philipps, Dekanin Christiane Quincke, Pfarrer Reinhard Mentz und der ehemalige Schuldekan Gerhard Heinzmann in der Markusgemeinde (von links). Läuter
Feiern den Abschied gemeinsam: Pfarrerin Esther Philipps, Dekanin Christiane Quincke, Pfarrer Reinhard Mentz und der ehemalige Schuldekan Gerhard Heinzmann in der Markusgemeinde (von links). Läuter
29.02.2016

Langjähriger Seelsorger Reinhard Mentz geht in den Ruhestand

Ich habe dich als einen Pfarrer erlebt, dem sehr daran gelegen ist, seine Erkenntnis mit anderen zu teilen“, hat am Freitagabend die evangelische Dekanin Christiane Quicke in ihrer Verabschiedungsrede während des Festgottesdienstes für Pfarrer Reinhard Mentz in der Markusgemeinde gesagt.

Sie habe ihn als einen leidenschaftlichen Pfarrer kennengelernt, mit dem es durchaus mal ordentlich zur Sache gehen konnte, der neben seinem großen Temperament aber vor allem auch eine große Liebe zur Sache, zur heiligen Schrift und zur Gerechtigkeit an den Tag gelegt habe.

Entscheidend sei, dass diese Liebe nicht in den Ruhestand gehe und ihn auch künftig immer begleiten möge, so Quincke. „Es ging und geht dir immer darum, was wichtig ist für heute und dass die Bibel nicht für Ideologien missbraucht wird.“

Die erste und letzte Predigt

Der 63-jährige Mentz hatte seit Mai 1993, als er auf dem Sonnenhof seinen Dienst aufnahm, zahlreiche Aufgaben im geistlichen Leben der Kirchenbezirke Pforzheim Stadt und Land übernommen. So wirkte er unter anderem 19 Jahre lang als Religionslehrer an Gymnasien und war Pfarrer in mehreren Gemeinden.

Seine letzte offizielle Predigt, die, wie er sagte, auch seine erste gewesen war, hielt er zur Apostelgeschichte Kapitel acht, Verse 26-39. Dabei stellte er sowohl Zusammenhänge zu seiner Arbeit als auch zum aktuellen Zeitgeschehen her. In benanntem Bibelabschnitt tauft Phlippus einen reisenden äthiopischen Kämmerer, dem er zuvor Texte von Jesaja erklärt hatte. Nach der Taufe verschwindet Philippus, und der Äthiopier geht fröhlich seines Weges. Er habe, so Mentz, seine Schüler oft gefragt, ob sie verstünden, was sie lesen und wollte mit dieser Frage provozieren. Wie er generell immer anstößig habe sein wollen, Denkanstöße geben wollte – denn Bildung bedeute Entfremdung, so Mentz. Der Diener trete nach getaner Arbeit hinter seinen Dienst zurück, wie Philippus es nach der Taufe tut, und wie er es nun auch tun werde. Der Äthiopier geht fröhlich seines Weges, und das werde er auch, schloss er mit einem Lächeln und verließ die Kanzel.

Auch wenn Mentz nun eine offizielle Entlassurkunde der badischen Landeskirche in Händen hält, so bleibt er doch berufen, zu predigen, zu taufen oder zu beerdigen, wo immer sein Dienst gefordert werde, sagte Quincke abschließend. Mentz wird aus privaten Gründen nach Sandhausen bei Heidelberg ziehen.

Der Abschied wurde mit einem Büchergutschein für seinen Erkenntnishunger, wie Quincke sagte, und einem Empfang im Gemeindesaal beschlossen. Die Kollekte des Gottesdienstes wird auf ausdrücklichen Wunsch von Mentz dem Hospizdienst zugute kommen.