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18.05.2008

Lastwagen umgestürzt: Fahrer nach dreistündiger Rettungsaktion befreit

Mit einer der langwierigsten und aufwändigsten Personenrettungen bei einem Unfall seit vielen Jahren war die Feuerwehr Pforzheim in der Nacht von Freitag auf Samstag auf der Autobahn beschäftigt. Grund für die stundenlange Rettungsaktion: Der wahrscheinlich nicht angeschnallte Fahrer eines umgestürzten Lastwagens wurde eingeklemmt.

Auf der Gefällstrecke in Richtung Stuttgart, kurz vor der Ausfahrt Pforzheim Ost, kam ein 40-Tonnen-Lkw mit Anhänger aus noch nicht bekannter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Lastwagen überrollte zunächst rund 100 Meter Leitplanke, bevor er im angrenzenden Grünbereich umkippte und den Zaun eines Grundstückes beschädigte. Die Ladung, Lebensmittel einer Großhandelskette, wurde auf einer Länge von etwa 150 Meter auf und neben der Fahrbahn verteilt. Der Sattelzug lag auf der Beifahrerseite im Igelsbach.

Der ansprechbare und verletzte Fahrer war mit beiden Beinen derart massiv im Führerhaus eingeklemmt, dass die technische Rettung der Person drei Stunden beanspruchte. Der 40-jährige Lkw-Fahrer hatte seinen Sicherheitsgurt offenbar nicht angelegt. Er wurde parallel von Notarzt und Rettungsdienstpersonal medizinisch betreut und versorgt.

Um 1.49 Uhr ging am Samstag der erste von mehreren Anrufen über einen LKW-Unfall auf der Autobahn in der Feuerwehrleitstelle ein. Das erste Fahrzeug der Feuerwehr war um 2.00 Uhr an der Einsatzstelle. Diesel und andere Stoffe verunreinigten den Igelsbach, so dass in dessen Verlauf von den Feuerwehren Pforzheim und Niefern zwei Ölsperren eingebracht wurden. Nachdem die Einsatzstelle im Wassereinzugsgebiet liegt, wurde ebenfalls ein Vertreter des Amts für Umweltschutz hinzugezogen. Nach Abschluss der Personenrettung wurden 350 Liter Diesel aus den Kraftstoffbehältern abgepumpt.

Die Feuerwehr Pforzheim war mit den Abteilungen Berufsfeuerwehr, Brötzingen-Weststadt und Eutingen mit zwölf Fahrzeugen und 33 Feuerwehrkräften eingesetzt. Hinzu kam die Freiwillige Feuerwehr Niefern. Die Pforzheimer Hauptfeuerwache war zur Abdeckung von weiteren Einsätzen ebenfalls mit Kräften von Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen-Abteilung Brötzingen-Weststadt besetzt. Der Einsatz der Feuerwehr war gegen 7 Uhr abgeschlossen; die Bergung des LKW durch Privatunternehmen dauerte aber länger.

Nach dem Unfall war die Autobahn auf der Strecke nach Stuttgart komplett gesperrt. Um 10.15 Uhr konnte die erste Fahrspur freigegeben werden, gegen 11 Uhr waren dann beide Autobahn-Spuren wieder frei. Um die Mittagszeit hatte der Stau aber immer noch eine Länge von rund neun Kilometern. Auf der Umleitungsstrecke durch das Stadtgebiet kam es aufgrund des hohen Ver-kehrsaufkommens zu Behinderungen. Auf der Umleitungsstrecke wurden die Ampelanlagen abgeschaltet und die Verkehrsregelung wurde von Polizei-beamten übernommen.

Am Sattelzug und seiner Ladung entstand Sachschaden in Höhe von mindestens 100.000 Euro. An den Leitplanken und dem Gartenzaun wird der Schaden auf zusätzlich6.000 Euro geschätzt.