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Wollen nicht mehr zum Einkaufen fahren, sondern künftig zum Supermarkt an der Postwiesenstraße spazieren: Monika Kahleyss, Brigitte Brückmann-Schnepf, Christa Schwarz, Bernd Schnepf, Ilse Peik-Versinger, Johanna Schäfer und Inge Koch-Veit (von links).
Wollen nicht mehr zum Einkaufen fahren, sondern künftig zum Supermarkt an der Postwiesenstraße spazieren: Monika Kahleyss, Brigitte Brückmann-Schnepf, Christa Schwarz, Bernd Schnepf, Ilse Peik-Versinger, Johanna Schäfer und Inge Koch-Veit (von links).
04.05.2012

"Leben im Quartier" plädiert für Bau des Supermarkts

Pforzheim. Während die Gegner eines Supermarkt-Baus an der Postwiesenstraße vehement Laut geben, blieb es im Lager der Befürworter bislang still. Nun zeigen einige ältere Bewohner des Rodgebiets Courage. Die Senioren sind sich einig: Ein Einkaufsmarkt würde die Lebensqualität im Rod steigern, das Quartier aufwerten und beleben.

Ilse Peik-Versinger und Monika Kahleyss, die bereits einen Leserbrief verfasst hatten, haben fürs PZ-Gespräch getrommelt. Mit am Tisch sitzen Brigitte Brückmann-Schnepf, Bernd Schnepf, Christa Schwarz, Inge Koch-Veit und Johanna Schäfer. „Unsere Namen stehen für viele Stimmen im Rodgebiet“, betont Inge Koch-Veit. Die Mitglieder der Gruppe „Leben im Quartier“ wollen das nachbarschaftliche Miteinander ausbauen, um Älteren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dazu gehört für sie die Möglichkeit, sich vor Ort versorgen zu können.

„Ich wohne seit acht Jahren hier“, sagt Koch-Veit, „seither vermisse ich einen Einkaufsmarkt.“ Es sei weder angenehm noch ökologisch sinnvoll, für jeden Einkauf „stundenlang in der Stadt herumzufahren“, ergänzt Schäfer. Ein Fußmarsch in die Innenstadt oder zum Ludwigsplatz und voll bepackt zurück sei beschwerlich.Den Lieferservice, den viele Einzelhändler anbieten, werten die Senioren nicht als adäquaten Ersatz. „Ich möchte mir die Ware nicht ins Haus bringen lassen“, sagt Koch-Veit bestimmt. Damit werde die Isolation vieler Älterer nur verschärft. Die Gruppe wünscht sich zudem ein Bistro als Treffpunkt für Ältere und Alleinstehende und würde es begrüßen, wenn der Bioladen „Die Waage“ von der Schwarzwaldstraße übersiedelte.

Die Wucht der Protestwelle habe sie alle überrascht. Als vor vier Jahren „Leben im Quartier“ gegründet wurde, sei von einem Bürgerverein Rodrücken nichts zu hören und nichts zu sehen gewesen. Plötzlich schieße er wie ein Pilz aus dem Boden und mache Stimmung – „mit einer Aggressivität, die mich erschreckt hat“, sagt Kahleyss. Selbst die direkten Anwohner würden froh sein, wenn der Markt erst einmal stehe, tippt sie. Denn derzeit sei das Gelände an der Postwiesenstraße eine unansehnliche Brache. „Und ein großes Hundeklo“, sagt Schäfer.

Den Entwurf für den Markt bewerten sie alle als äußerst gelungen. Die kritisierten Punkte ließen sich beheben. Maßnahmen zum Schallschutz seien vorgesehen. Vorgaben für die Öffnungszeiten, etwa maximal von 8 bis 20 Uhr, würden die Verkehrs- und Lärmbelastung in einem erträglichen Rahmen halten.

Dass der Supermarkt dem Wochenmarkt Kunden abspenstig machen könnte, glauben die Senioren nicht: „Auf dem Wochenmarkt einzukaufen, ist eine Lebenseinstellung“, betont Johanna Schäfer.

Nun hofft die Gruppe, dass der Gemeinderat der für den Supermarkt nötigen Änderung des Bebauungsplans zustimmt.

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