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In DRK-Kursen wie hier wird Erste Hilfe gelernt. Foto: DRK
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08.09.2015

Leben retten: Die fünf wichtigsten Antworten zur Ersten Hilfe

Jeden kann es treffen – und jeder kann helfen: Darauf soll am Samstag beim Welt-Erste-Hilfe-Tag aufmerksam gemacht werden. Seit dem Jahr 2000 wird dieser in über 150 Ländern auf der ganzen Welt begangen. Zu diesem Anlass beantwortet ein DRK-Experte für die PZ die fünf häufigsten Fragen rund um die Erste Hilfe.

Antworten von Michael Storz, Ausbildungsleiter beim DRK-Kreisverband Pforzheim

1. Soll ich den Helm eines bewusstlosen Motorradfahrers abnehmen?

Auf jeden Fall! Die größte Angst der Helfer besteht darin, dass eventuell Wirbelsäulenverletzungen vorliegen könnten. Bei einem Bewusstlosen werden diese Verletzungen jedoch zweitrangig. Die größere Gefahr besteht darin, dass der Bewusstlose an seiner eigenen Zunge und an Magensekret ersticken kann. Daher muss er auf jeden Fall in die stabile Seitenlage gedreht werden, damit der Kopf der tiefste Punkt werden kann. Der Helm muss abgenommen werden, da dieser in jeglicher Hinsicht im Weg ist. Das Überstrecken den Kopfes zur Atemkontrolle ist nicht möglich. Durch die Eigenhöhe des Helmes besteht ebenfalls die Gefahr, dass die Seitenlage nicht funktioniert, da der Kopf eventuell nicht der tiefste Punkt werden kann.

2. Drohen mir rechtliche Konsequenzen, wenn ich einen Fehler mache?

Eindeutig nein! Wenn ich jemanden nach besten Wissen und Gewissen helfe, so kann ich rechtlich nicht belangt werden. Nun wenn ich jemandem vorsätzlich Schaden zufüge, kann ich belangt werden. In vielen Fällen, wenn etwa die eigene Sicherheit oder die Aussichtspflicht gefährdet ist, genügt es, nur einen Notruf über die 112 oder 110 abzusetzen.

3. Wie funktioniert die Herzdruckmassage?

Und was genau bringt sie eigentlich: Bei der Herzdruckmassage wird erreicht, dass das Blut aus dem Herzen in den Kreislauf gepresst wird. Mit dem Blut wird Sauerstoff im Körper verteilt. Dies sorgt dafür, dass die lebenswichtigen Organe wie Gehirn, Herz, Lunge, Nieren mit Sauerstoff versorgt werden. Die aktuellen Richtlinien besagen, dass bei einem bewusstlosen Menschen, der nicht mehr atmet, 30 Herzdruckmassagen, gefolgt von zwei Beatmungen abwechselnd durchgeführt werden sollen.

Hier gibt es eine tolle Kurzanleitung, die Sie ausdrucken, falten und einstecken können.

Zentrale Tipps gibt Kaya Yanar in diesem Video:

4. Wie erkenne ich einen Herzinfarkt, wie einen Schlaganfall?

Die klassischen Anzeichen eines Herzinfarkt bestehen in Schmerzen in der Brust, Schmerzausstrahlung meist in den linken Arm, Atemnot, kalte feucht Haut, gefolgt von Angst und Panik. Die Schmerzen können auch untypisch sein, zum Beispiel in den Oberbauch, in den Rücken oder gar in den Unterkiefer ausstrahlen. Dies wiederum macht die Erkennung schwieriger. Ein Schlaganfall zeichnet sich vor allem durch gelähmt Gliedmaßen oder Körperteile wie Arme oder Beine aus. Auch ist der „hängende“ Mundwinkel oder Gesichtshälfte eine typisches Anzeichen. Aber auch Sprachstörungen von unklarer Sprache bis hin zum kompletten Sprachverlust sind möglich. Kopfschmerzen, unklares Sehen oder Schluckbeschwerden können ebenfalls ein Anzeichen sein.

5. Wie gehe ich mit Wunden um?

Wunden sollen nach Möglichkeit mit geeignetem Verbandmaterial, das nicht abgelaufen ist, keimfrei abgedeckt werden. Bei der Wundversorgen soll vermieden werden, dass noch mehr Schmutz in die Wunde gelangt. Wie die Wunde verbunden wird, kann jeder Helfer frei entscheiden. Fremdkörper, zum Beispiel Glasstücke, sollen in der Wunde verbleiben. Der Fremdkörper kann beispielsweise Blutgefäße abdrücken. Bei einer Entfernung könnte die Wunde anfangen zu bluten. Bei einer Entfernung könnten ebenfalls Nerven oder Sehnen verletzt werden, auch könnte eine Wunde bei unsachgemäßer Entfernung sogar noch vergrößert werden. Der Fremdkörper sollte daher beim Verbinden der Wunde umpolstert und somit abgestützt werden, damit dieser nicht in die Wunde drückt. Wunden sollten nach Möglichkeit nicht ausgewaschen werden. Eine Ausnahme besteht bei kleinen Wunden, etwa einem Schnitt in den Finger. Wasser könnte die Wunde aufweichen, und somit eine Wundversorgung wie das Nähen erschweren. Verletzungen, die mit Wasser zu behandeln sind, wären Verbrennungen, Verbrühungen und Verätzungen. Hier genügt lauwarmes Wasser.

Übrigens: Am 19. September beginnt in Deutschland und der Region die Woche der Wiederbelebung. Unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ gibt es an zahlreichen öffentlichen Plätzen und Gebäuden Aktionen, die Menschen ermutigen sollen, im Ernstfall Leben zu retten – so auch in Pforzheim: Am Mittwoch, 23. September, sind die Rotkreuzler von 14 bis 17 Uhr und am Samstag, 26. September, von 11 bis 15 Uhr im ersten Obergeschoss der Schlössle Galerie (bei Shoe Werdich) vertreten. Sie wollen den Bürgern die einfachen Schritte in Erinnerung rufen, mit denen im Ernstfall jeder ein Leben retten kann. An speziellen Übungspuppen kann dies kostenlos trainiert werden. Für Kinder ist geplant, ein Bärenhospital anzubieten, in dem sie Teddybären verarzten dürfen.