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So machen rauschende Ballnächte Spaß: Oberbürgermeister Gert Hager durfte sich der Aufmerksamkeit von Sängerin Lilian Huynen erfreuen. © Bechtle
27.02.2011

Lebendiges Theater und eine rauschende Ballnacht

PFORZHEIM. Zum 33. Mal ging die Ballnacht des Theaters Pforzheim und seines Fördervereins im CongressCentrum über die Bühne – mit mehr als 1200 Besuchern, beeindruckendem Programm und voller Tanzfläche. Da fiel es nicht schwer, mit den Künstlern des Theaters bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.

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Die Bilanz von Verwaltungsdirektor Gustl Weber könnte nicht besser lauten: Bis spät nach Mitternacht sei Stimmung gewesen. Vor allem sei überdurchschnittlich fleißig getanzt worden. Der zweijährlich veranstaltete Bühnenball gehört seit Jahren zu den herausragenden gesellschaftlichen Ereignissen der Goldstadt. Über 1200 Besucher – 400 Plätze seien über die Tischkarten hinaus noch vergeben worden – zogen die Künstler des Theaters Pforzheim auch bei der 33. Auflage in ihren Bann.

Viele Beifall für Boygroup

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Oper, Operette, Musical, Ballett – die ganze Vielfalt des Drei-Sparten-Hauses wurde überaus unterhaltsam präsentiert. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte die Badische Philharmonie Pforzheim unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Huber mit der Ouvertüre aus Franz Lehárs romantischer Operette „Das Land des Lächelns“. In passend grünes Licht getaucht erfolgte der erste Auftritt der „Pforzheimer Boygroup“ mit Daniel Ewald, Stefan Kiefer, Michael Meichßner, Martin Schwartengräber, Jörg Bruckschen und Pianist Martin Erhard als „Comedian Harmonists“. Das musikalische Schauspiel von G. Greiffenhagen und F. Wittenbrink ist zurzeit der Publikumsrenner am Waisenhausplatz. Für ihren amüsant dargebotenen „Kleinen grünen Kaktus“ erntete das Sextett regen Beifall, für sein elegant-erheiterndes Rumba-Tänzchen bei „Onkel Bumba“ gar stürmischen Applaus.

Bildergalerie: Rauschende Ballnacht beim 33. Bühnenball des Theaters Pforzheim - 1

Überzeugend auch die liebreizende Sopranistin Elif Aytekin, die aus Strauß’ Operette „Die Fledermaus“ die Arie der Adele „Mein Herr Marquis“ souverän meisterte. Als überaus charmant erwies sich Aytekin auch als Glücksfee bei der großen Tombola, mit der Theater und Förderverein unterstützt und attraktive Preise vergeben wurden. Zur guten Unterhaltung trugen Operndirektor Wolf Widder und Schauspieldirektor Murat Yeginer bei, die bei ihrer Moderation so manches Tänzchen einlegten.

Yeginer als Robotermann

So versuchte Yeginer zum Beispiel, die roboterhaften Bewegungen des Ballett-Ensembles bei „Man Machine – Kraftwerk“ nachzuahmen. Die Tänzer beeindruckten mit der Choreografie von Ballettdirektor James Sutherland, die durch rhythmische Kraft und gleichzeitig fließende Eleganz besticht. Überhaupt: Alle Solisten des Abends – dazu zählten auch Lemuel Cuento, Katja Bördner, Lilian Huynen, Marie-Kristin Schäfer, Axel Humbert, Klaus Geber, Kai Hüsgen und der Chor des Theaters – konnten durch ihren Elan und ihre stimmliche Bravour überzeugen. Ganz so, wie es Carsten von Zepelin, Vorsitzender des Förderkreises, in seiner Begrüßungsrede angekündigt hatte: „Hier wird mit viel Leidenschaft Theater gelebt.“

Neben den musikalischen und tänzerischen Highlights aus dem Repertoire standen auch Kostproben aus Neuinszenierungen auf dem Programm. Aus Ralph Benatzkys Singspiel „Im Weißen Rössl“, das am 25. März seine Premiere erlebt, präsentierte Klaus Geber in lustvoller Entertainer-Manier das Lied „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“. Vielversprechend dazu auch der lustvoll-marschierende Auftritt des Chors bei „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“.

Stimmgewaltig präsentierte sich Kai Hüsgen bei seiner Musical-Ballade „Dies ist die Stunde“ oder im Duett mit der wunderbaren Lilian Huynen bei „Dangerous Game“ aus „Jekyll & Hyde“. Und wie schön sich bei Titeln aus diesem Musical mit dem Publikum agieren lässt, das zeigte Lilian Huynen auf ihre ganz eigene Weise (siehe Artikel unten).

Mit emotionaler Hingabe näherte sich auch Tenorsänger Lemuel Cuento den Damen in den Zuschauerreihen und bezauberte mit seinem schmelzend-warmen Timbre so manche Politikerin (siehe Artikel unten). Einfach „Wunderbar“ auch das Duett von Marie-Kristin Schäfer und Axel Humbert aus Cole Porters „Kiss me, Kate“. Mit schwungvollen Walzer-Einlagen und einer unbeschwert dargebotenen Arie „Heut meine Herr’n war ein Tag“ stimmte dagegen Sopranistin Katja Bördner auf den Tanzabend ein.

Mit Jazzklängen in den Morgen

Mit Champagner und „Fledermaus“-Melodien, bei denen noch mal alle Solisten und Chorsänger des Abends in Paaren über die Bühne tanzten, ging es denn auch ging es ins Finale und damit über in den Losverkauf durch die Künstler. Das CongressCentrum verwandelte sich nun in einen Tanzsaal. Alle Tanzlustigen ließen nicht lange auf sich warten und drehten zu spritziger Musik des „First Class Soundorchestra“ ihre Runden. Im Foyer sorgte Kontrabassist Klaus Dusek und seine Jazzcombo für Stimmung bis in die frühen Morgenstunden. Eine gelungene Ballnacht, die berauschender nicht sein konnte. Anita Molnar

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