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Ergebnisoffen soll die Schwangerschaftskonfliktberatung sein. So will es das Gesetz. Jens Büttner
Ergebnisoffen soll die Schwangerschaftskonfliktberatung sein. So will es das Gesetz. Jens Büttner
09.03.2018

Lebensentscheidungen - Diakonie und pro familia beraten in Pforzheim Frauen vor Abtreibungen

Pforzheim/Enzkreis. Die junge Frau ist 23 Jahre alt, ihr erstes Kind hat gerade den sechsten Geburtstag gefeiert. Seit vier Jahren ist sie alleinerziehend, hat kaum Familie, die sie unterstützen könnte. Obwohl sie mit ihren Kräften am Ende ist, schlägt sie sich durch. Sie hat eine Ausbildung in Sicht und einen neuen Partner gefunden. Doch der verlässt sie, als er erfährt, dass sie ungewollt erneut schwanger ist. Und da ist eine Mutter in den 40ern. Sie hat ihr Leben im Griff, die drei Kinder sind aus dem gröbsten raus, und sie will beruflich wieder durchstarten – da kündigt sich, völlig überraschend, erneut Nachwuchs an.Es sind solche und ähnliche Fälle, mit denen es die Mitarbeiter von pro familia in Pforzheim bei ihren jährlich rund 400 Gesprächen im Rahmen der Schwangerschaftskonfliktberatung zu tun haben.

Derzeit allerdings wird den Ratsuchenden der Zugang zu dem Angebot von pro familia erschwert. Denn unter dem Motto „40 days for life“ (zu Deutsch: 40 Tage für das Leben) protestieren derzeit vormittags zwei bis sechs Menschen gegen Schwangerschaftsabbrüche – und berauben die betroffenen Frauen damit auch ihrer gesetzlich zugesicherten Anonymität. Dabei werden hier geltende Gesetze ausgeführt. „Wir dürfen die Frauen nicht in eine Richtung drängen“, betont Edith Münch, Geschäftsführerin von pro familia in Pforzheim. „Die Entscheidung liegt bei der Frau. Aber wir tun alles, damit sie sich für das Kind entscheiden können. Es soll nicht an den Rahmenbedingungen scheitern“, ergänzt Thomas Lutz, stellvertretender Geschäftsführer der Diakonie.

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