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Steht zusammen und geht gern neue Wege: die Junge Union um ihren Vorsitzenden Philipp Dörflinger (Mitte). Foto: Frommer
Steht zusammen und geht gern neue Wege: die Junge Union um ihren Vorsitzenden Philipp Dörflinger (Mitte). Foto: Frommer
21.11.2016

Lebhafte Premiere im Innotec: Erster Wirtschaftsempfang der Jungen Union

Pforzheim. Der erste Wirtschaftsempfang der Jungen Union (JU) im Technologiezentrum Innotec am Freitagabend ist auf reges Interesse gestoßen. Er beleuchtete in einer lebhaften Podiumsdiskussion auch die Positionen der Teilnehmer zu Fragen um den Wirtschaftsstandort Pforzheim, zu Fachkräftemangel und Nachwuchsgewinnung, zur Reform der Erbschaftsteuer und zu wechselseitigen Anforderungen von Wirtschaft und Politik.

Der vom 19-jährigen Studenten Philipp Dörflinger (Kommunikation und Medien) geleitete JU-Kreisverband hatte namhafte Gäste gewonnen: den CDU-Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum, Geschäftsführer Dirk Hauke (Versandhaus Klingel) und Steuerberater Jens Poff (Waidelich & Poff). Der Hochschüler und RCDS-Vorsitzende Marius Müller (22) moderierte die gut besuchte Veranstaltung. Hauke beleuchtete die Digitalisierung der Warenwirtschaft, die durch Algorithmen dramatisch verkürzten Entscheidungszeiten und den weiter wachsenden Bedarf an IT-Entwicklern. Er appellierte an die Politik: „Helfen Sie uns, diese Mitarbeiter zu finden!“ Hauke sieht Pforzheim mit Attraktivitätsnachteil im Wettbewerb mit Städten wie Berlin, München oder Hamburg. Für qualifizierte Mitarbeiter gebe es überall Jobs.

Kritik an Überregulierung

„Wir konkurrieren um die besten Köpfe“, ergänzte Krichbaum aus bundesweiter Sicht. Der Davoser Wettbewerbsindex sehe Deutschland im internationalen Vergleich zwar noch auch Platz vier oder fünf. Er stellte fest, dass Frankreich und Österreich zurückgefallen seien, und mahnte: „Wenn wir stehenbleiben, fallen wir auch zurück.“ Jens Poff entgegnete: „Da hätten wir früher anfangen müssen.“ Den steuerlichen Anreiz, ins Ausland zu gehen, hält er angesichts von rund 50 Prozent Einkommensteuer für sehr hoch. Er kritisierte, das deutsche Anforderungsniveau an zuwandernde Arbeitskräfte sei zu hoch: Selbst Physiotherapeuten aus dem Ausland würden nicht angenommen. Außerdem schilderte er das Beispiel einer 30-jährigen Wirtschaftsprüferin aus Neuseeland, für die ein erneutes Studium keine Perspektive sein könne. „Man kann sich auch überregulieren“, so Poff.

„Da muss ich reingrätschen“, erwiderte Krichbaum: „Anwälte und Wirtschaftsprüfer aus dem Ausland kommen aus einem vollkommen anderen System. Sie müssen in Deutschland das zweite Staatsexamen nochmals machen oder drei Jahre in einer hiesigen Kanzlei arbeiten, dann werden sie anerkannt.“ Englische Physiotherapeuten müssten sich bei der Handwerkskammer eintragen lassen, und Physiotherapeut sei „kein Mangelberuf“.

Mehr Infos auf www.JU-BW.de