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Hautnah erleben die Zuschauer am Samstag unter anderem die Aufführung von Theaterschauspieler Henning Kallweit mit seinem Stück über Drogenabhängigkeit. Foto: Falk
Hautnah erleben die Zuschauer am Samstag unter anderem die Aufführung von Theaterschauspieler Henning Kallweit mit seinem Stück über Drogenabhängigkeit. Foto: Falk
23.10.2016

Leerstand als Freiraum bietet Theater am ungewöhnlichen Ort

Pforzheim. Theater hautnah erlebten am Samstagabend rund 50 Zuschauer in der Östlichen-Karl-Friedrichstraße 7 in Pforzheim. Die Räume des Vereins „Leerstand als Freiraum“, kurz LAF, waren der erste Schauplatz eines besonderen Projekts. Gemeinsam mit dem Verein und dem „Café Roland“ will das Stadttheater Pforzheim ungewöhnliche Räume bespielen und die Stadt zur Theaterbühne machen (die PZ berichtete). Dadurch sollen vor allem junge Menschen für das Theater begeistert werden. So auch am Samstag.

Kein Blatt vor dem Mund

Unter dem Titel „Lovely Addictive Fuck“ fand die erste Veranstaltung dieser außergewöhnlichen Reihe statt. Ungewöhnlich war dabei nicht nur der Ort. Die aufgeführten Stücke nahmen kein Blatt vor den Mund. Im sogenannten „Dark Room“ setzte sich Choreograph Eduardo Novelli mit Sexualität und dem Wert des Körpers auseinander. Zuvor regte Schauspieler Henning Kallweit mit einem Stück über Drogenabhängigkeit zum Nachdenken. In „Sex, Drugs, Rock `n‘ Roll“ erzählt er von einem drogenabhängigen Musiker.

Zunächst scheint die unbeschwerte Welt im Drogenrausch das Paradies für die Band zu sein, bis ein guter Freund an den Folgen der Abhängigkeit stirbt. Die Message am Ende ist klar: „Das nächste Mal, wenn euch irgendjemand Drogen anbietet, nicht vergessen: Ihr könnt sie einfach ablehnen.“

Direkt am Publikum

Die Atmosphäre am Samstag war nicht die, die man aus dem Theater kennt. Tänzer und Schauspieler mischten sich unter die Zuschauer, eine Trennlinie zwischen Bühne und Publikum gab es nicht.

Umso mitreißender waren die Aufführungen für die Zuschauer. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind bereits geplant, etwa Aufführungen in einer Tiefgarage oder der Hochschule Pforzheim. So will vor allem auch das „Café Roland“ in den Köpfen der Menschen präsent bleiben.